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Politik in Benediktbeuern:"Lainbachwald weiter erhalten"

Bürgerinitiative fürchtet Änderung des Flächennutzungsplans

Der Lainbachwald in Benediktbeuern könnte erneut von Rodung und Versiegelung bedroht sein. Darauf macht die Bürgerinitiative zum Schutz des Lainbachwaldes in Benediktbeuern in einer Pressemeldung aufmerksam. Nach Angaben der Initiative könnte in der Nähe des bestehenden Gewerbegebietes in Benediktbeuern eine Fläche am Lainbach versiegelt werden - diesmal als Ablagerungsplatz für Asphaltschutt für bevorstehende Straßenumbauarbeiten in Benediktbeuern. Zumindest befürchtet das die Bürgerinitiative mit Blick auf eine Vorabversion des zu ändernden Flächennutzungsplanes.

Im Sommer 2018 hatte sich mit 62 Prozent die Mehrheit der Benediktbeurer in einem Bürgerentscheid dafür ausgesprochen, die Biotop-Verbundachse am Lainbach zu erhalten. Diese sei, schreibt die Bürgerinitiative, das einzige noch verbliebene Fließgewässer zwischen Kochel und Penzberg mit einem durchgehenden beidseitigen Waldstreifen. Diese Achse ermögliche es Tieren und auch Pflanzen, sich zwischen dem Benediktenwandgebiet und dem Loisach-Kochelseemoor zu bewegen. "Vor allem in Anbetracht der Klimakrise und des Artensterbens sind solche Biotopverbundsachsen unersetzbar, da sie vielen Arten ermöglichen sich genetisch auszutauschen und in ein passenderes Klima umzuziehen", heißt es in der Pressemeldung. Zahlreiche seltene, bedrohte und geschützte Pflanzen und Tiere hätten dort ihren Lebensraum. Zudem leiste der Boden im Lainbachwald, wie jeder Waldboden, einen erheblichen Beitrag zum Wasserhaushalt.

Angesichts des Bürgerentscheids, aber auch wegen der fortschreitenden Klimakrise ist für die Bürgerinitiative der Auftrag an die Kommunalpolitik eindeutig: "Der Lainbachwald muss in seiner jetzigen Form und Größe erhalten bleiben", so die Forderung. Die Gemeinde war am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

© SZ vom 14.11.2020 / cjk
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