Politik in Bad Tölz:Tourismus statt Wohnhäuser

Trotz Kritik: Tölzer Bauausschuss billigt Plan für Buchener Straße

Von Klaus Schieder, Bad Tölz

Im Herzen des Kurviertels möchte die Stadt Bad Tölz weiterhin touristische Einrichtungen haben - und nicht hochpreisigen Wohnungsbau wie ringsum. Zum Kern zählt sie dabei nicht nur den Jodquellenhof, das ehemalige Alpamare-Gelände und die Wandelhalle, vielmehr auch die wenigen Landhäuser, Sanatorien und Pensionen, die an der parallel verlaufenden Buchener Straße geblieben sind. Deshalb hat sie den Bebauungsplan "Innere Buchener Straße" aufgestellt, der ein eher kleines Gebiet zwischen Berliner Platz, Seppstraße und Merzstraße umschließt. Dagegen wehren sich die betroffenen Eigentümer seit drei Jahren ebenso vehement wie erfolglos. Auch in der Sitzung des Bau- und Stadtentwicklungsausschusses stimmten alle Stadträte für den Bebauungsplan - mit Ausnahme von Julia Dost-thaler (CSU).

Während Behörden gegen den Plan, der im Juni auslag, nichts einzuwenden hatte, gab es jede Menge Einwände von den Hausbesitzern. Sie kritisierten vor allem, dass Bad Tölz kein wirklicher Tourismus-Standort mehr sei. Anziehungspunkte im Badeteil wie Alpamare und Jodquellenhof seien verloren gegangen, der Leerstand sei perpetuiert. Sie monierten auch den Eingriff in Eigentumsrechte und verwiesen darauf, das ringsum überall Wohnnutzung sei. Bauamtsleiter Christian Fürstberger wies dies zurück: "Das ist die gleiche Geschichte, wie wir sie schon beim Alpamare hatten." Bad Tölz habe in den vergangenen zehn Jahren viel Geld in die touristische Infrastruktur investiert - von der Sanierung des Kurhauses, der Kurbücherei oder der Parkanlagen über das neue Vitalzentrum bis hin zum Planetarium und zum Kneippgarten. "Der Stadtrat hat gesagt, wir machen einen Bebauungsplan, mit dem wir im Herzen des Kurviertels alles ordnen, ohne weitere Freigabe für Wohnbebauung, die Tölz nicht nach vorne gebracht hat", erinnerte der Bauamtschef.

Julia Dostthaler gehörte dem Gremium damals noch nicht an. Sie befand das Geltungsgebiets des Bebauungsplans als zu klein, um es einer touristischen Nutzung unterzuordnen. Eben danach habe man früher nicht selten gehandelt, so Bürgermeister Ingo Mehner (CSU): "Leider hat man im Badeteil oft viel zugelassen, was der Tölzer Bevölkerung nicht zugute kommt." Mit der Folge, dass im Kurviertel nur noch "gewohnt, gependelt, geschlafen" werde.

© SZ vom 31.07.2021
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