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Pandemie in Bad Tölz-Wolfratshausen:Infektambulanz muss schließen

Die Fieberambulanz in Wolfratshausen muss schließen, damit das benachbarte Impfzentrum erweitert werden kann.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Praxis dient zur Erweiterung des Wolfratshauser Impfzentrums

Die Infektambulanz in den Räumen der ehemaligen Radiologiepraxis am Kreiskrankenhaus in Wolfratshausen wird zum 5. März geschlossen. Der Münsinger Arzt Jörg Lohse und sein Team hatten dort seit November eine auch Fieberambulanz genannte Praxis zur Abklärung potenzieller Corona-Erkrankungen betrieben. Weil das Tölzer Landratsamt aber davon ausgeht, demnächst das Impfpensum erhöhen zu können, muss die Infektambulanz nun schließen. Von April an sollen im Landkreis nach Möglichkeit nämlich täglich bis zu 1000 Menschen geimpft werden, derzeit sind es nur um die 300. Die Räume der Infektambulanz werden deshalb zur Erweiterung des Wolfratshauser Impfzentrums benötigt.

Mit der Schließung erledigt sich auch ein Problem, das zuletzt vielen Patienten Unwohlsein bereit hat. Denn Infektambulanz und Impfzentrum werden an der Gebhardtstraße 2 durch das gleiche Treppenhaus betreten. Wie das Landratsamt bestätigt, kam es deshalb im Vorraum der beiden Einrichtungen zeitweise zu gemeinsamen Wartezeiten von Impfpatienten und potenziellen Corona-Kranken. Man habe sich in der Zwischenzeit deshalb mit einem Ampelsystem beholfen, heißt es dazu aus dem Landratsamt. Über dieses System werde zusammen mit einem Sicherheitsdienst sichergestellt, dass es im gemeinsamen Vorraum nicht mehr zum Zusammentreffen von Wartenden kommt.

Das Landratsamt bedauert, Jörg Lohse und seiner Infektambulanz keine Räume mehr anbieten zu können. Lohse hatte seit dem 9. November gemeinsam mit Kassenärzten aus Geretsried und Wolfratshausen unter der Woche jeden Tag zwei Stunden lang Patienten daraufhin untersucht, ob sie sich tatsächlich das Coronavirus eingefangen haben oder ob ihre Symptome vielleicht doch von einer anderen Erkrankung herrühren. Nun muss das Ärzteteam dieses Angebot einstellen. Am Ende sei es eine Abwägungssache gewesen, so Behördensprecherin Marlis Peischer. Und da habe man der Erweiterung des Impfzentrums eben Vorrang geben müssen.

© SZ vom 20.02.2021 / zif
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