bedeckt München 18°
vgwortpixel

ÖPNV im Landkreis:Nur gegen den Zeitplan

Klaus Barthel erklärt Abstimmung bei der Elektrifizierung der BOB

Im Bericht "BOB: Elektrifizierung ist in Planung" vom 24. Februar könnte nach Ansicht von SPD-Kreisrat Klaus Barthel der Eindruck entstanden sein, er und seine Fraktionskollegin Gabriele Skiba hätten im Kreistag gegen die Elektrifizierung der Oberlandbahn gestimmt. "Dies trifft nicht zu", schreibt Bartel in einem Brief an die Redaktion und stellt im weiteren Verlauf die Position der SPD-Fraktion klar. Diese habe sich "für die Streichung einer Passage eingesetzt, in der alle Alternativen zu einer Lösung mit Oberleitungen verworfen werden." Die Genossen hätten argumentiert, "dass wir nicht wollen, dass mindestens noch bis 2032 mit Dieseltriebwagen gefahren wird. Genau das ist aber der Plan der bayerischen Staatsregierung", schreibt Barthel. Die Staatsregierung rechnet ihm zufolge damit, dass frühestens dann eine Elektrifizierung fertig sein könnte. "Wir wissen, was wir von solchen Annahmen zu halten haben", sagt der SPD-Kreisrat und ehemalige Bundestagsabgeordnete.

Die Kreis-SPD habe gefordert, Alternativen wie Hybridantrieb, Akku oder Wasserstoff - wenigstens für die langjährige Übergangszeit - zu prüfen. Solche Technologien für moderne Züge seien in Deutschland und Österreich bereits im Einsatz. "Wir wollten vermeiden, dass der Kreistag für das Vorhaben von BOB und Staatsregierung in Anspruch genommen wird, die alte Technik noch mindestens 15 Jahre weiterlaufen zu lassen", stellt Barthel klar.

Die Kreistagsmehrheit ist der SPD-Fraktion bei dieser Offenhaltung jedoch nicht gefolgt. "Deshalb haben Frau Skiba und ich gegen den Antrag in der vorliegenden Fassung gestimmt", erklärt Barthel. Das heiße aber eben keineswegs, "dass wir die Elektrifizierung der Oberlandbahn ablehnen, wie mancher daraus schließen könnte oder möchte", schließt er.

© SZ vom 26.02.2020 / SZ
Zur SZ-Startseite