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Nutzung beendet:Vom Ortsrand in die Mitte

Asylsuchende ziehen aus Lenggrieser Kasernenareal

Der Landkreis beendet die Nutzung des Lenggrieser Kasernengeländes als Flüchtlingsunterkunft. 21 Asylsuchende ziehen in den kommenden zwei Wochen von dort direkt in den Ort, wo sie teils in den Containern an der Geiersteinstraße, teils in Wohnungen unterkommen. Annette Ehrhart, als Asylkoordinatorin bei der Gemeinde angestellt, sieht den Wechsel positiv: Die Flüchtlinge seien künftig mitten in Lenggries und nicht so abseits wie bisher. Das Areal der ehemaligen Kaserne liegt an der Gebirgsjägerstraße auf der anderen Seite der Isar.

Der Lenggrieser Helferkreis wurde am Montagabend über den bevorstehenden Umzug informiert. Ehrhart sagt, ein bisschen überrascht sei sie von der Geschwindigkeit, in der es jetzt geschehe. Aber die Asylsuchenden kennten Lenggries, und künftig sei für sie alles näher: der Supermarkt, die Schule, der Kindergarten, für viele auch die Arbeit. Die meisten Flüchtlinge seien bereits anerkannt und in Berufen tätig. Im Helferkreis seien 70 bis 80 Menschen aktiv. Den Umzug organisiere nun zwar das Landratsamt, aber die Helfer begleiteten ihn.

Die Gemeinde Lenggries will auf dem seit 2003 leer stehenden Kasernengelände keine Wohnungen zulassen. Sie hat einen Großteil, gut zwölf Hektar, Ende 2015 gekauft und strebt an, dort Gewerbe und Freizeitnutzungen anzusiedeln. Aus Sicht des Landratsamts war die Nutzung als Asylbewerberunterkunft "bauplanungsrechtlich problematisch". Deshalb soll sie beendet werden; so sei es auch bereits angekündet worden.

Derzeit sei keine größere Anzahl an Umzügen Asylsuchender im Landkreis geplant, erklärt Landratsamtssprecherin Marlis Peischer. "Wie bereits im letzten Jahr werden auch im diesen Jahr einzelne Mietverträge auslaufen und hierdurch die betroffenen Bewohner in anderen Objekten untergebracht." Nach der jüngsten Statistik leben im Landkreis 1681 Flüchtlinge, davon 386 in Geretsried und 380 in Bad Tölz; 2017 seien es zur selben Zeit noch 1788 gewesen. Lenggries beherbergt nach Auskunft von Annette Ehrhart derzeit 110 Flüchtlinge.