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Neue Wohnungen:Gegen Standardhäuser

Gemeinderat genehmigt Bauprojekt im Deininger Ortskern

Deining steht durch zahlreiche neue Bauprojekte vor tiefen Veränderungen. Das stößt vermehrt auf Kritik von Bürgern und Gemeinderäten. Denn bislang hat sich der Eglinger Ortsteil seinen dörflichen Kern bewahrt. Denkmalgeschützte Bauernhäuser prägen die Durchfahrtsstraße im Eglinger Ortsteil, die Umgebung zieht Erholungssuchende an.

Die Bürgerinitiative (BI) "Für eine sinnvolle Dorfentwicklung - Rettet Deining vor Spekulanten" fürchtet an der Hochstraße eine massive Bebauung. Am Donnerstag, 21. September, laden die Initiatoren zu einer Informationsveranstaltung in den Aufhofener Jägerwirt (Beginn: 19.30 Uhr). Erst am Dienstag hat der Gemeinderat den Neubau von drei Einfamilienhäusern an der Alten Tölzer Straße mitten im Ort mehrheitlich genehmigt - gegen Kritik.

Diese neuen Gebäude haben aus Sicht von Michael Neubauer (CSU) einfach keinen dörflichen Charakter. "Die drei Häuser gleichen einander wie ein Ei dem anderen", sagte er in der Gemeinderatssitzung. Er sei sich bewusst, dass sich das Projekt rechtlich nicht verhindern lasse. Trotzdem sei er dagegen. Er habe schon gegen den Vorbescheid gestimmt und werde das Vorhaben jetzt wieder ablehnen, sagte er.

Ursprünglich waren im Vorbescheid zwei größere Doppelhäuser geplant. Doch die Projektverantwortlichen hatten die Pläne auf Wunsch der Gemeinde verändert. Laut Bürgermeister Hubert Oberhauser (FW) ist das Gebiet auf drei Grundstücke verteilt worden - mit Größen von rund 1250, 1350 und 1450 Quadratmetern. Darauf soll seinen Angaben nach je ein Haus mit knapp 15 auf 9,90 Meter Grundfläche stehen. Wie Oberhauser erklärte, werde eine Baulücke im Dorf geschlossen. "Es sind drei Landhäuser, die sich sehr gut in die Ortslage einbinden", sagte er. Die Gebäude erfüllten die Vorgaben der Ortsgestaltungssatzung. Allein das Gelände müsse wegen des ungünstigen Untergrunds um 1,30 Meter aufgeschüttet werden.

Aus Sicht des Bürgermeisters hat der Projektträger die Bedenken der Gemeinderäte gegen den Vorbescheid berücksichtigt. Die Häuser seien versetzt zur Straße geplant, um die Bebauung aufzulockern. Zudem habe die Kommune sich Flächen direkt an der Ortsdurchfahrt gesichert - etwa für den möglichen Bau eines Gehwegs in der Zukunft.

Von den aktuellen Planungen zeigte sich Jakob Bernlochner (FW) wenig angetan. "Standardhäuser wollten wir nicht", sagte er. Wie die Gebäude nun aussehen sollten, finde er traurig. "Man hätte versuchen sollen, das mehr aufzulockern." Eine mögliche massive Bebauung fürchtet die BI auf einem rund 28 000 Quadratmeter großen Grundstück am westlichen Deininger Dorfrand an der Hochstraße. Derzeit ist nur etwa ein Drittel davon im Ortsbereich. Damit der Eigentümer eine Siedlung errichten könnte, müsste die Gemeinde den Flächennutzungsplan ändern und so Bauland schaffen. In einer Unterschriftenaktion haben sich dagegen schon mehr als 240 Deininger gewehrt.

Für die BI sprechen viele Gründe gegen das Projekt. Aus Sicht von Norbert Fuchs und Hugo Spitz wird damit ein "Spekulationsgeschäft in Millionenhöhe" sanktioniert. Die Bebauung in maximal möglicher Form würde die Bevölkerung von Deining "explosionsartig" steigen lassen. Inklusive der weiteren Bauprojekte könnten im Ort in den kommenden Jahren 34 Häuser entstehen. Damit steige die Einwohnerzahl um mehr als ein Fünftel. Zudem fürchtet die BI, dass sich Deining zu einem reinen Schlafort vor den Toren der Landeshauptstadt entwickeln könnte.

Für eine Maximalbebauung am westlichen Dorfrand hat der Eigentümer derzeit noch keinen Antrag gestellt. Trotzdem wollen die Mitglieder der BI in der Informationsveranstaltung ihre Bedenken ausführlich erläutern. Abschließend soll der Film "Deining heute" gezeigt werden. Eglings Bürgermeister Hubert Oberhauser hat sein Kommen zugesagt. Er wird für Fragen bereitstehen.

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