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Naturschutz im Landkreis:Kontrollen für den Walchensee

Kochler Bürgermeister fordert Stellen für Ranger

Der Kochler Bürgermeister und CSU-Kreisrat Thomas Holz übt sich in Dialektik: Noch vorige Woche hat der Christsoziale mit seinen Fraktionskollegen den Haushaltsplan im Kreisausschuss und damit auch die zwei Stellen für Walchensee-Ranger abgelehnt. Jetzt teilt er mit, dass diese "dringend benötigt" würden und kommen müssten. Gleichzeitig weist Holz darauf hin, dass er die Sorge seiner Fraktion um die Zukunft des Landkreises angesichts der zu erwartenden, künftigen Ausgaben teile.

Bereits 1955 hatte das Tölzer Landratsamt den Walchensee mit seinen Uferzonen unter Landschaftsschutz gestellt. In jüngster Zeit hat sich die Region zu einem der beliebtesten Ausflugsziele in Oberbayern entwickelt. Gemeinsam mit dem Kreisrat und Jachenauer Bürgermeister Georg Riesch (Freie Wähler) hatte Holz die beiden Stellen für Walchensee-Ranger beantragt. "Wie die Sommermonate 2018 und 2019 gezeigt haben, reicht der Erlass einer Verordnung verbunden mit einer entsprechenden Beschilderung bedauerlicherweise nicht mehr aus", sagt der Kochler Bürgermeister. An schönen Tagen ziehe es Erholungsuchende aus der Region zwischen München und Innsbruck im österreichischen Tirol zu Tausenden an den Walchensee. Dieser Ansturm verursache Verkehrsprobleme und belaste die Landschaft.

"Ganz offensichtlich sind unter den unzähligen Tagesausflüglern immer noch genügend, die nicht wissen, wie man sich in der freien Natur verhält", erklärt Holz. Besucher stellten ihre Fahrzeuge abseits der Straßen und Parkplätze ab. Müll werde achtlos liegengelassen. Manche campierten im Landschaftsschutzgebiet in freier Natur oder entzündeten Lagerfeuer.

Naturschutz-Ranger und Forstbeamte haben bereits im Sommer 2019 testweise in der Region kontrolliert. Feuerwehrleute der Jachenau und aus Walchensee unterstützten sie. Diese Kontrollen zählten zu den Ergebnissen des sogenannten Walchensee-Konzepts, das die Gemeinden Kochel am See und Jachenau sowie das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen, der Forstbetrieb Bad Tölz und die Bayerischen Staatsforsten initiiert haben.

Das Ergebnis war für Holz ernüchternd. In mehr als 400 Fällen werde die Untere Naturschutzbehörde im Tölzer Landratsamt ein Verfahren einleiten, sagt der Kochler Bürgermeister, berichtet Holz: "Dies alleine zeigt deutlich, wie wichtig eine durchgehende und konsequente Kontrolle ist." Mit dem CSU-Kreistagsfraktions-Vorsitzenden, Martin Bachhuber, sei er sich einig, über das weitere Vorgehen nochmals zu beraten: "Die Notwendigkeit der beiden Ranger-Stellen für den Walchensee stand in der Fraktion auch nie zur Debatte."

© SZ vom 29.01.2020 / bene