Nachruf Sepp van Hüllen ist tot

Ein leidenschaftlicher Musik-Freund und Vermittler von Klassik: Sepp van Hüllen war zusammen mit Hansjörg Albrecht Gründer der Tölzer Orgelfesttage.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Ein Wunsch hat sich für Sepp van Hüllen nicht mehr erfüllt: Er hatte gehofft, zu seinem Geburtstag am Pfingstdienstag noch ein letztes Konzert in der Tölzer Stadtpfarrkirche organisieren zu können; mit seinem Freund Hansjörg Albrecht an der Orgel. Doch van Hüllen ist, wie erst jetzt bekannt wurde, am Ostermontag nach schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren gestorben. Im Wissen, dass dies bald geschehen würde, hatte er die von ihm und Albrecht begründeten Tölzer Orgelfesttage 2018 nach zehn Jahren beendet und für 2019 nicht mehr neu angesetzt. Das Konzert an seinem 80. Geburtstag soll nun in Memoriam Sepp van Hüllen stattfinden.

Der gebürtige Krefelder van Hüllen, Jurist, Manager und Klassikenthusiast, der in der Schweiz und in Südafrika gearbeitet hatte, ließ sich in den Siebzigerjahren mit seiner Frau Helgard in Gaißach nieder. Seine Freundschaft zu Hansjörg Albrecht keimte 2007 beim Kuhmo Chamber Musical Festival in Finnland auf. Und dort entstand nach einer leidenschaftlich durchdiskutierten Nacht die Idee zu den Orgelfesttagen. Albrecht wurde künstlerischer Leiter, van Hüllen Vorsitzender des Vereins Freunde und Förderer der Orgelkunst im Tölzer Oberland. Im vergangenen Jahr erhielt er dafür die Isar-Loisach-Medaille - und konnte sich nicht recht freuen: "Ich werde für etwas geehrt, das ich gerade aufgegeben habe." Für etwas freilich, das Tölz und die Region musikalisch enorm bereichert hatte. Mit herausragenden Musikern wie Alexander Fiseisky aus Moskau, Martin Baker aus London, Kalevi Kiviniemi aus Finnland, Pierre Pincemaille aus Frankreich oder Paolo Oreni aus Italien: "Die Crème de la Crème der Organisten", wie er selbst einmal sagte. Das Festival war auch bei den Musikern äußerst beliebt. "Auf seinem Computer kommen jetzt noch lauter Anfragen", erzählt seine Witwe Helgard van Hüllen.

Trauer-Gottesdienst am Freitag, 17. Mai, 10 Uhr, Gaißacher Kirche