bedeckt München 32°

Münsinger Politik:Vorstoß für Parkgebühren

Ausflugsverkehr ans Ostufer des Starnberger Sees soll künftig besser gelenkt werden

Von Benjamin Engel, Münsing

Wie in näher am Alpenrand gelegenen Landkreis-Kommunen ist der zunehmende Ausflugsverkehr auch in Münsing deutlich zu spüren. Nach dem Beispiel Kochel am See hat nun Ernst Grünwald (Wählergruppe Ammerland) angeregt, Tagesausflügler stärker zur Kasse zu bitten. Er schlägt vor, auf mehr öffentlichen Parkflächen Gebühren zu erheben. "In Ambach praktizieren wir das seit Jahren mit Erfolg und ich kann mir vorstellen, dass das auch in anderen Ortsteilen möglich ist", begründet der Ammerlander seine Initiative.

Konkret regte er an, in seinem Ortsteil an den Stellplätzen bei der Bushaltestelle gegenüber des Hotels Sailer Gebühren zu erheben. Ob das auch praktikabel ist, soll die Kommune prüfen. Zudem werde an der Kreuzung der nördlichen Seestraße mit dem Riedweg in Ammerland sehr viel geparkt, schilderte Grünwald. Frühere Pläne für Parkplätze an dieser Stelle solle die Gemeinde wieder ins Auge fassen. Die Situation werde sich nicht verbessern. "Darum ist es nicht verwerflich, wenn wir daran mitverdienen."

Die Situation an der Bushaltestelle zu prüfen, versprach Bürgermeister Michael Grasl (FW) möglichst bald. Die Planungen an der Ecke Riedweg und nördlicher Seestraße sollten noch einmal in einer Bauausschusssitzung vorgestellt werden. Einige neue Gemeinderäte der neuen Amtsperiode, würde dies noch gar nicht kennen. Heuer werde man an dieser Stelle wohl nichts mehr schaffen. Für Parkgebühren auf eigenem Grund habe die Kommune generell aber gar nicht so viele Möglichkeiten, sagte Grasl.

Von einigen, weiteren neuralgischen Punkten im Gemeindegebiet, sprach Simon Berger (Einigkeit Degerndorf). Er habe schon ganze Gruppen erlebt, die mitten auf den Wiesen picknickten. Als Naherholungsgebiet für das wachsende München würden die Touristenströme in Münsing weiter steigen. Das müsse man lenken. Berger zählt auch zu den Hauptinitiatoren der Schilder-Aktion, mit der aufmerksam gemacht wird, die Wiesen in der Wachstumsphase zwischen März und Oktober nicht zu betreten. Auf den Hinweistafeln werden Hundehalter zudem gebeten, ihre Tiere an die Leine zu nehmen und deren Hinterlassenschaften sowie Müll zuhause zu entsorgen.

An der Weipertshausener Kapelle ist eines der Schilder aber laut Bürgermeister Grasl bereits mutwillig zerstört worden. Er mahnte aber, dass nicht nur Münchner, sondern auch Einheimische die Probleme etwa mit Müll verursachten. "Aufklärung ist wichtig", mahnte daher Dritte Bürgermeisterin Regina Reitenhardt (Wählergruppe Münsing).

© SZ vom 08.05.2021
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB