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Münsinger Politik:Riskantes Bauvorhaben

Gemeinde befürchtet Hochwasserschäden und klagt vorsorglich

Für die Mehrzahl der Münsinger Gemeinderäte ist ein Bauvorhaben am Ambacher Waldschmidtweg direkt neben dem Kuglmühlbach zu risikoreich. Große Schäden an dem geplanten Doppelhaus werden gefürchtet, sollte das Gewässer über die Ufer treten. Daher lässt es das Gremium nun sogar darauf ankommen, gegen das Tölzer Landratsamt und damit den Freistaat Bayern zu klagen. Denn der Gemeinderat hatte das Bauvorhaben bereits mehrmals abgelehnt. Doch das Kreisbauamt als übergeordnete Behörde hat die Pläne Ende August genehmigt. Das fehlende gemeindliche Einvernehmen ist ersetzt.

Auf eine Klage zu verzichten, hatte dagegen Münsings Bauamtsleiter Stephan Lanzinger zuerst empfohlen. Wegen der Topografie des Baches könne an dieser Stelle nicht mehr als dies gebaut werden. Der Gemeinderat habe das Vorhaben abgelehnt, weil die Hochwassergefahr für zu groß gehalten werde. "Sollte es einen Schaden geben, ist die Gemeinde nicht haftbar zu machen", schätzte er die Situation ein. Lanzinger stimmte auch Susanne Huber (FW) zu. Der Gemeinderat habe den Bau abgelehnt. Die Bedenken seien protokolliert.

Um sicherzustellen, dass die Gemeinde keinesfalls haften müsse, warb Christine Mair (Grüne) zu klagen. "Ich finde die Gebäude an dieser Stelle überdimensioniert." Das Problem liege darin, dass der Bau im Hochwasserbereich stehe, ergänzte Helge Strauß (CSU). "Es steht einfach mitten im Bach", monierte er. Das habe das Landratsamt nicht ausreichend geprüft. Das werde der Gemeinde Münsing "auf die Füße" fallen. Thomas Schurz (CSU) teilte die Bedenken. "Die Chancen stehen aber gleich Null, dass wir etwas verhindern können." Trotzdem entschied der Gemeinderat mit zehn zu fünf Stimmen, erst einmal vorsorglich zu klagen.

© SZ vom 18.09.2020 / bene

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