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Münsinger Mehrzweckhalle:Eine Frage der Mehrheiten

Für einen Hallenneubau hat der Sportverein Münsing gute Argumente: Der Breitensport hat eine wichtige gesellschaftliche Funktion. In Vereinen geht es nicht nur darum, sich fit zu halten. Ebenso stiften sie Gemeinschaft und verbinden unterschiedliche Bevölkerungsgruppen. Im Winter kann der Verein in der Schulturnhalle kaum genügend Trainingsmöglichkeiten anbieten. Der Wunsch nach einer neuen Halle erscheint nur zu verständlich.

Wahr ist aber auch, dass die Kommune um die Jahrtausendwende einen Millionenbetrag in ihr Sportzentrum investiert hat. Erst das ermöglichte den Boom des Vereins. Mit einem neuen, wenn auch umstrittenen Kunstrasenplatz sollen mehr Trainingsmöglichkeiten geschaffen werden. Die Kommune ist nicht untätig.

Der Sport ist aber nur eine Facette der Gesellschaft. Kulturelle Angebote sowie genügend Platz für die Verwaltung, um konzentriert arbeiten zu können, sind genauso grundlegend. Dafür wird die Gemeinde in den nächsten Jahren große Millionensummen in ein Bürgerhaus und ein Haus für Kinder investieren. So hat der Gemeinderat die Prioritäten gesetzt. Damit ist Münsing erst einmal ausgelastet. In welcher Reihenfolge eine Kommune ihre Projekte verfolgt, ist aber eine Frage der demokratischen Mehrheiten. Für einen schnelleren Hallenbau muss der Sportverein nur genügend Unterstützer im Gemeinderat finden.

© SZ vom 19.02.2020

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