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Münsinger Haushalt:Spitzenreiter dank gesunder Mischung

Stabiles Idyll: Münsing, hier der Blick von der Schwabbruckerstraße, ist die steuerstärkste Kommune im Landkreis.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Die Gemeinde rechnet wegen Corona zwar mit Verlusten. Der Haushalt 2021 bleibt aber vergleichsweise stabil

Von Benjamin Engel, Münsing

Ohne wirtschaftliche Einbußen wird Münsing ebenso wenig wie andere Kommunen durch die Pandemie kommen. So rechnet die Gemeinde am Ostufer des Starnberger Sees heuer mit geringeren Gewerbesteuereinnahmen als in den Vorjahren. Doch im Landkreis ist Münsing die steuerkraftstärkste Kommune. "Es geht uns immer noch gut", betonte daher Bürgermeister Michael Grasl (Freie Wähler), als in der jüngsten Ratssitzung der heurige Haushalt einstimmig beschlossen wurde.

Für den Münsinger Gesamtetat sind heuer 14,91 Millionen Euro eingeplant. Das sind knapp 900 000 Euro weniger, als die Haushaltsrechnung für das Vorjahr ergeben hat. 2019 - also im jüngsten Jahr ohne Pandemie - war das Haushaltsvolumen noch knapp 18 Millionen Euro stark. Immer noch kann aber Münsing 845 000 Euro dem Vermögenshaushalt für Investitionen zuführen. Zum Vergleich lag der Ansatz für das Vorjahr bei 1,46 Millionen Euro, nach der Jahresrechnung waren es damals 2,74 Millionen Euro. Im Jahr 2019 betrug die Zuführung 2,94 Millionen Euro.

Sehr vorsichtig kalkuliert Kämmerer Hubert Kühn mit Gewerbesteuereinnahmen von 1,5 Millionen Euro. Die Einnahmen vor zwei Jahren waren noch doppelt so hoch. Für das Vorjahr hatte er zwei Millionen Euro angesetzt, 34 000 Euro mehr sind es schlussendlich geworden. Kämmerer Kühn gab sich zuversichtlich, dass auch die aktuelle Kalkulation wieder besser ausfallen könnte. Aushängeschild Münsings sei die vielfältige Gewerbestruktur. Die Kommune sei nicht allein von einem Großunternehmen abhängig. "Das macht uns nicht so anfällig für besondere wirtschaftliche Situationen", sagte Kühn. "Wir haben eine ganz gesunde Mischung." Mit stabilen Anteilen an der Einkommenssteuer rechnet Münsing auch heuer. 3,65 Millionen Euro an Einnahmen werden erwartet. Das zeuge von den vielen einkommensstarken Beschäftigten in der Gemeinde.

An Schulden kann die Kommune heuer 150 000 Euro abbauen - von 2,6 auf 2,45 Millionen Euro. Das Polster der Rücklagen bleibe ansehnlich, sagte Kühn, auch wenn Münsing 2,4 Millionen entnehme, wodurch nur noch knapp zehn Millionen Euro zum Jahresende auf der hohen Kante blieben. Die Kreisumlage steigt nochmals um 120 000 Euro auf 3,1 Millionen Euro.

Am meisten wird die Gemeinde heuer in den Rat- und Bürgerhaus-Neubau mit 1,7 Millionen Euro investieren. Es handelt sich um Planungskosten sowie erste Baumeisterkosten für den Verbau. 540 000 Euro gibt Münsing für Baumaßnahmen des Wasserwerks aus, der Hauptanteil macht die insgesamt um die 800 000 Euro teure Erneuerung der Hauptleitung zwischen Seeheim und Ambach aus. Die Sanierungsmaßnahme wird zwei Jahre andauern, weshalb auch 2022 Zahlungen anfallen werden. 230 000 Euro werden fällig, um die Ampelkreuzung in Münsing umzubauen. Der Gehweg soll verbreitert, die Warteflächen an der Ampelanlage vergrößert werden. Von den 238 000 Euro Ausgaben für die Feuerwehr wird fast alles für die neue persönliche Schutzausrichtung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte ausgegeben.

Vom geförderten Wohnungsbau an der Münsinger Hauptstraße bis zum Loriot-Brunnen habe die Gemeinde in den vergangenen zehn Jahren viele Millionen investiert, sagte Bürgermeister Grasl. Gemeinsam seien so Vermögenswerte geschaffen worden. Damit wandte er sich auch an die Münsinger Grünen, die sich sorgen, dass der Neubau des Bürgerhauses die Kommune finanziell so stark belasten könne, dass Pflichtaufgaben kaum noch zu stemmen sein könnten. "Es streitet niemand ab, dass das Bürgerhaus eine bedeutende Investition ist", sagte Grasl. Auch die Verwaltung wolle die Kosten deckeln. Er rief die Gemeinderäte dazu auf, miteinander zu handeln und für sinnvolle Veränderungen offen zu sein. Der Liste der Investitionen bleibe lang: von Kinderbetreuung bis zu Seniorenangeboten, dem Hochwasserschutz bis zum Haus des Kindes und mehr Mietwohnungen. Alles könne die Kommune nicht auf einmal machen, sagte Grasl. "Eine ehrliche Politik muss einmal auch begründet Nein sagen."

© SZ vom 25.05.2021
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