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Münsinger Geschichte:Kulturhistorie erfahren

Auf Grabhügel der Hallstattzeit sind Archäologen südwestlich des Pallaufhofs gestoßen. Was sich im Boden versteckte, zeigt eine Informationstafel.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Schautafeln zeigen, wie sich der Ort entwickelt hat

Die Kommune Münsing ist am modernsten, wo es zugleich besonders historisch ist. Südlich der Straße am Labbach sind die mehrfach preisgekrönten Mehrgenerationen-Häuser auf dem Pallaufhof-Areal entstanden. Im Untergrund hat der Ickinger Archäologe Markus Fagner vor Baubeginn Überreste mittelalterlicher Werkstätten und Wohnungen sowie Hügelgräber der Hallstattzeit festgestellt und dokumentiert. Nachzulesen ist das auf der mittlerweile dritten Schautafel zur Dorfhistorie im Hauptort. Die beiden weiteren stehen am Dorfplatz und beim Gemeindewohnhaus "H 25" an der Hauptstraße.

Ein Kreis von Ehrenamtlichen und Bürgermeister Michael Grasl (FW) hatten dies initiiert. "Die drei Tafeln sind noch kein Lehrpfad, aber ein Anfang", sagt er. Setzten Privatleute und die Kommune Ideen um, sei dies sehr erfreulich. Der Herausgeber der Münsinger Chronik-Reihe, Historiker Johannes Bernwieser, engagierte Bürger wie Hubert Schwabl oder Ernst Grünwald, der Ambacher Verlag und örtliche Handwerker hätten die Schautafeln federführend inhaltlich bearbeitet und umgesetzt.

Mit seinem Team von Farch Archäologie hatte Fagner die Ausgrabungen am Labbach geleitet. Der Archäologe habe die Texte für die dortige Schautafel selbst erstellt und so aus erster Hand arbeiten können, sagt Grasl. "Auch das war mein persönlicher Wunsch: eine Versöhnung mit der Vergangenheit und den dort bestatteten Vorfahren. Trotz aller Mehrkosten, Probleme und Verzögerungen, die mit der Archäologie vor allem zu Lasten der Bauherren, aber zum Teil auch unter Kostenbeteiligung seitens der Gemeinde entstanden sind."

Für Münsings Bürgermeister ist es denkbar, Fundstücke wie Geschirr aus der Hallstattzeit (800 bis 450 vor Christus) mittelfristig im neu geplanten Rathaus und Bürgerzentrum auszustellen. Grasl betont, dass er Kunst, Dorfgeschichte und Kultur im öffentlichen Raum sicht- und begreifbar machen wolle. In den vergangenen 15 Jahren sei einiges wie das Pocci- und Loriot-Denkmal, die Schautafeln oder der Bücherschrank an der Schule entstanden. "Einiges hat die damalige Agenda Kultur vor Jahren angeregt und dafür bin ich auch dankbar", berichtet Grasl. Der Bürgermeister könnte sich auch Kunst am Bau, beispielsweise im Form von Skulpturen im Umfeld des Bürgerhauses oder Wechselausstellungen im Gebäude vorstellen. "All das kann und darf ohne Zeitdruck wachsen und reifen.", sagt er.

© SZ vom 26.01.2021 / bene
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