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Münsing:Ein Geschenk für Münsings Christen

Rechtzeitig zu Weihnachten wurden die Renovierungsarbeiten an der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt abgeschlossen. Bis vor wenigen Tagen haben die Handwerker an den Altären, am Deckengewölbe und am Boden gearbeitet

Frisch renoviert präsentiert sich die Kirche Mariä Himmelfahrt in Münsing. Die Sonierungsarbeiten konnten vor Weihnachten noch rechtzeitig abgeschlossen werden.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Die Münsinger Katholiken können die Geburt Jesu wieder in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt feiern. Zum ersten Mal nach eineinhalb Jahren kann Pfarrer Martin Kirchbichler wieder einen Gottesdienst in der Kirche zelebrieren. Solange dauerten die Renovierungsarbeiten im Inneren der Kirche.

Restauratoren haben die Altäre gereinigt und schadhafte Stellen ausgebessert. Zudem sind das Deckengewölbe, Wände, Apostelfiguren und die gesamte Inneneinrichtung renoviert. Der lockere Steinfußboden ist befestigt, außerdem hat die Kirche eine neue Elektronik. Pfarrer Kirchbichler feiert am Heiligen Abend nachmittags eine Vorabendmesse für Senioren in der Kirche.

Eine Woche zuvor: Dumpfe Schläge hallen noch durch den Innenraum der barocken Pfarrkirche. Schreinermeister Franz Bichler passt die Stufenelemente aus Holz vor dem Hochaltar mit dem Hammer wieder an ihrem Platz ein. Die etwa 100 Jahre alte Konstruktion hatte sich abgesenkt. die Stufen neigten sich bedrohlich. Um sie zu stabilisieren, hat er kleine Hölzer zur Stütze eingebaut. Die Vergoldermeisterin und Restauration Anna Kemter unterstützt ihn bei der schweißtreibenden Arbeit.

Sie hat den Hochaltar, die beiden Seitenaltäre und die Kanzel restauriert, Makel gekittet und retuschiert. Die sind Anfang bis Mitte des 18. Jahrhunderts entstanden, wie sie sagt. Um sie zu reinigen, musste Kemter ganz vorsichtig vorgehen. Lediglich ein Wattestäbchen hat sie dazu benutzt. Je nach Material verwenden Restauratoren ein anderes Reinigungsmittel. Für Marmorflächen muss es wässrig sein. Wenn er auch nicht so wirke, verrät sie, sei der Hochaltar gar nicht aus Marmor. Die damaligen Handwerker haben ihn komplett aus Holz gestaltet. Früher sei das Material sehr teuer gewesen, sagt Kemter. Trotzdem habe man den Eindruck von Marmor vermitteln wollen.

Kurz vorm Dunkelwerden taucht die schräg einfallende Sonne den Kircheninnenraum in goldenes Licht. Das Deckengewölbe mit seinen gelben, rosafarbenen und hellblauen Farbtönen scheint fast von innen heraus zu leuchten. Ursprünglich seien die Farben wesentlich kräftiger gewesen, sagt Architekt Martin Spaenle. Das hätten Proben aus tieferen Deckenschichten ergeben. Man habe sich entschieden, das Erscheinungsbild der vorhergehenden Kirchenrenovierung aus den 1960-er Jahren zu erhalten. Nur so entstehe ein einheitlicher Raumeindruck gerade auch im Hinblick auf die Empore. Die wurde laut Spaenle in den 1920-er Jahren gebaut, als man den gesamten Kirchenbau um fünf bis sechs Meter nach hinten verlängerte.

Der Steinfußboden vor dem Hochaltar ist nun gefahrlos zu betreten. Vor der Renovierung waren einige Platten gelockert und gebrochen, der Boden nur notdürftig mit einem roten Teppich abgedeckt. Das habe den Zustand noch verschlimmert, sagt Spaenle. Ohne Luftzirkulation von oben, sei von unten Feuchtigkeit in den Steinboden eingedrungen und habe ihn aufplatzen lassen. Alte Wasserflecken zeigten sich früher vereinzelt an den Wänden. Davon ist jetzt nichts mehr zu sehen. Ruß und Schmutz sind entfernt. Das Loch, das nach der Notsanierung des Dachstuhls vor vier Jahren über der Kanzel klaffte, ist geschlossen. Die außerhalb der Kirche restaurierten Apostelfiguren stehen wieder an ihren Plätzen, das Gestühl wurde saniert.

Die Elektrik in der Kirche ist neu, genauso wie die Lampen, der Volksaltar aus hellem Kalkstein und der Ambo, der erhöhte Platz für die Predigt. Beide hat der Künstler Thomas Link aus Waal gestaltet. Pfarrer Kirchbichler wird die Eucharistie - das Abendmahl - am Volksaltar allerdings erst am 26. Januar feiern können. Erzbischof Kardinal Reinhard Marx wird den neuen Altar an diesem Tag in einem Festgottesdienst weihen und den Ambo segnen. Das sei ein seltenes und herausragendes Ereignis für eine Pfarrgemeinde, sagt Pfarrer Kirchbichler. Eine Altarweihe finde nur alle paar hundert Jahre statt.

Die Renovierungsarbeiten werden 765 000 Euro kosten. Rund 30 Prozent davon bezahlt die Münsinger Pfarrei selbst, den Rest finanziert die Erzdiözese. Zudem hat die Pfarrei für eine neue Orgel Geld aufgebracht, die sie allein aus Eigenmitteln bezahlen muss. Die kostet laut Kirchbichler 205 000 Euro, beinahe 200 000 Euro habe man schon beisammen. Bis 2015 muss die Pfarrei noch mit einer Leihorgelauskommen. Solange dauere es, bis das neue Instrument fertig sei, sagt Kirchbichler.

Gottesdienste in der Münsinger Pfarrkirche: Dienstag, 24. Dezember, 16 Uhr, Vorabendmesse für Senioren; Silvester, 31. Dezember, 16 Uhr, festlicher Gottesdienst mit sakramentalem Segen und Te deum; Sonntag, 26. Januar 2014, 10 Uhr, Festgottesdienst zum Abschluss der Kirchenrenovierung mit Erzbischof Kardinal Reinhard Marx