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Münsing:Anhaltende Kritik am Seniorenstift

Die Initiative Ambach schickt 360 Unterschriften ans Rathaus

Die Initiative Ambach erneuert ihre Kritik am geplanten Seniorenwohnstift des Kuratoriums "Wohnen im Alter" (KWA) am Starnberger See. Erst im Juli hatten dessen Vorstände zwar angekündigt, dass die Bebauung kleinteiliger als ursprünglich diskutiert ausfallen solle. Doch nun hat die Initiative um Sebastian Wiedemann eine Liste mit 360 Unterschriften, mehr als 250 davon aus Münsing, an Bürgermeister Michael Grasl (FW) und die Gemeinderäte geschickt. Die Kritiker fürchten weiterhin eine überdimensionierte Bebauung des früheren Klinikareals. Zudem zweifeln sie am Nutzen für das lokale Gewerbe und fordern, die Bürger frühzeitig einzubinden.

Bürgermeister Grasl reagiert etwas enttäuscht auf den erneuten Vorstoß der Initiative. "Man traut der Gemeinde nicht zu, die Sachen in der Hand zu halten." Er betont die Planungshoheit der Gemeinde. Die Verwaltung stehe in Kontakt mit Juristen und Planern. Außerdem würden die Bürger beteiligt. Zeitdruck bestehe aber nicht. Die Kommune gehe allen privaten und öffentlichen Belangen nach. "Das ist kein Negativbeispiel."

Laut KWA werden durch das neue Seniorenwohnstift weniger Flächen überbaut als die jetzigen seit rund zehn Jahren leer stehenden Bestandsgebäude haben - 5000 statt 5700 Quadratmeter. Die Initiative widerspricht den Zahlen. Laut einem Vorbescheid der Kommune von 2012 seien bisher nur 4091 Quadratmeter überbaut. Damit erhöhe sich die überbaute Fläche um 22 Prozent, statt sich zu reduzieren. Außerdem bezweifelt die Initiative, dass wegen der Dimensionen und des Kostendrucks örtliche Handwerker und Betriebe an einem Neubau beteiligt werden. Die Kritiker relativieren das Argument, dass örtliche Zulieferer in einem KWA-Wohnstift am Tegernsee im Vorjahr rund 200 000 Euro umsetzten. Das mache für jeden der 125 Bewohner nur 30 Euro in der Woche aus. Die Initiative Ambach plädiert in ihrem Ort für eine maßvolle und rücksichtsvolle Planung.