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Mobilität im Oberland:Eine Seilbahn nach Geretsried

Andreas Wagner sammelt Ideen für den öffentlichen Nahverkehr

Die Ausgangssituation ist allgemein bekannt: Zu den Stoßzeiten staut es sich auf den Straßen - und der öffentliche Nahverkehr ist entweder unzuverlässig oder bietet nur sehr komplizierte Verbindungen an. Der Geretsrieder Bundestagsabgeordnete Andreas Wagner (Linke) hat kürzlich deshalb eine Art Ideensammlung durchgeführt. "Wir kennen die Lage ja", sagte er. "Wir sind da Experten in eigener Sache."

Wagner hat vor einigen Monaten selbst schon einmal einen Vorschlag unterbreitet. In einem Schreiben an Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller (CSU) forderte er einen Expressbus von Geretsried zum Münchner Hauptbahnhof. Müller hält eine solche Schnellbuslinie zwar für nicht finanzierbar, sicherte aber zu, sich für eine Variante davon einsetzen zu wollen - einen Expressbus von Geretsried zum Münchner U-Bahnhof Fürstenried-West.

In Wagners Bürgerbüro kamen nun noch ganz andere Ideen auf den Tisch: Wie wäre es zum Beispiel mit einem Schnellbus nach Grünwald, schlug eine Besucherin vor. Dort könnte man dann immerhin mit der Tram nach München weiterfahren. Oder wie wäre es mit einer Seilbahn? Und warum baut man nicht einfach die U-Bahn von Fürstenried-West weiter Richtung Süden nach Geretsried aus?

Die U-Bahn sei wohl eher utopisch, sagte Wagner. Wenn man sich anschaue, wie lange die 900 Meter lange Verlängerung nach Neuried schon brauche, dann sei der Ausbau der S 7-Strecke nach Geretsried sicher schneller abgewickelt. Der Vorschlag mit der Seilbahn sei aber so abwegig nicht. Um Flüsse oder Schluchten zu überwinden oder um Berge besser anzubinden, sei eine Seilbahn ein naheliegendes Mittel, so der Bundestagsabgeordnete. Im Bundestag werde deshalb tatsächlich rege darüber diskutiert - ganz allgemein, versteht sich. Aber um die Verkehrsprobleme zu lösen, "muss man ein bisschen kreativ denken", findet Wagner.

© SZ vom 29.01.2020 / zif
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