Mitten in der Region:Nackert schlafen fürs Gemüt

Befragungen bringen manch Unerwartetes ans Licht...

Glosse von Thilo Schröder

Niemand mag unruhige Bettruhe. Erholsamer Schlaf ist gesund und wohltuend. Und doch gibt es für die meisten Menschen zuweilen etwas, das ihnen den Schlaf raubt. Etwas, das sie triggert, beschäftigt, sie die Haare raufen lässt. Und dann liegen sie nachts wach, wälzen sich von links nach rechts, boxen ins Kissen und gleiten irgendwann hinüber in einen eher unsanften Schlaf. Für Autofahrer sind solche Reizauslöser möglicherweise radikale Klimaaktivisten, die sich aus Protest gegen die IAA auf die Autobahn abseilen und den Verkehr lahmlegen, wie zuletzt auf der A 9 bei Eching. Für Impfskeptiker könnten es Politiker sein, die sie mit unliebsamen Corona-Maßnahmen unter Druck setzen. Bei Pendlern wäre denkbar, dass es die Bahnsteig-Anzeige ist, die verkündet, dass die S 7 mal wieder zu spät kommt, während der wichtige Termin näher rückt.

Dass es auch andere, womöglich relativ leicht zu behebende Ursachen dafür gibt, dass Menschen keinen Schlaf finden, will nun eine Studie eines Wellnessreiseveranstalters und des Marktforschungsinstituts GfK herausgefunden haben, die besagt: Wer nackt schläft, hat mehr Lebensqualität. Eine bundesweite Befragung ergab demnach, dass der Anteil derjenigen, die ihre Schlafqualität mit "sehr gut" bewerten, unter den Nacktschläfern mit 28 Prozent am höchsten ist. Außerdem gaben mehr als 30 Prozent aller Nacktschläfer an, ein sehr gutes Liebesleben zu haben - Bestwert. Der Studie zufolge ist in Bayern der Anteil der Nacktschläfer nach Sachsen und Thüringen übrigens am höchsten (elf Prozent).

Ob sich das übertragen lässt, etwa auf das Nacktbaden, das in einer Au in der Region durchaus beliebt ist? Auch Klimaaktivisten demonstrieren ja von Zeit zu Zeit (fast) nackt, wie etwa die Gruppe Extinction Rebellion vor zwei Jahren in der Freisinger Innenstadt. Vielleicht hält einen das auch irgendwie gesund. Ob man damit anderen wiederum den Schlaf raubt, ist nicht bekannt. Dass wirklich mehr vom Leben hat, wer beim Schlafen die Hüllen fallen lässt, sei ebenfalls dahingestellt. Ein bisschen mehr Gelassenheit aber, die täte wohl allen manchmal gut.

© SZ vom 18.09.2021
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