bedeckt München 25°

Mein Tag:Am Anfang nur kleine Andachten

Matthias Schricker
(Foto: Evangelisches Dekanat Bad Tölz)

Matthias Schricker ist neuer evangelischer Pfarrer in Lenggries

Dass Gottesdienste wieder möglich sind, wenn auch in eingeschränkter Form, freut Matthias Schricker (im Bild mit Frau Nicole). Am Sonntag feiert er um 9.30 Uhr und um 10.15 Uhr zwei kleine Andachten in der Waldkirche. Seit 1. Mai ist der 51-Jährige evangelischer Pfarrer in Lenggries und Nachfolger von Stefan Huber, der in den Schuldienst gewechselt ist. Schricker zog von Bischofsheim in die Brauneckgemeinde.

Ein Einstieg "mit angezogener Handbremse", wie er erzählt. "Eigentlich war meine Einführung am 3. Mai geplant, das musste wegen Corona bisher verschoben werden. Und dann hat mich auch noch eine Stimmbandentzündung zum Schweigen gebracht. So ein Umzug ist ja immer turbulent. Neun Jahre war ich mit meiner Familie in der Rhön, meine beiden Töchter sind bereits erwachsen und nicht mitgekommen. Warum wir ins Oberland gezogen sind? Weil es hier schön ist. Ich stamme aus dem Fichtelgebirge, da gab es in meiner Kindheit noch reichlich Schnee. Für einen leidenschaftlichen Langläufer und Alpinskifahrer ist die Gegend hier perfekt. Und die Waldkirche ist wunderschön. Die Lage, der Baustil. Wenn mir vor 20 Jahren jemand gesagt hätte, dass ich Pfarrer in so einer Kirche sein würde, hätte ich es nicht für möglich gehalten. Ich bin kein Verfechter von Riesenkirchen, wo man verloren vorne am Altar steht. Mir ist die Nähe zu den Gottesdienstbesuchern wichtig.

Unser Auftrag als Kirche ist es, die Frohe Botschaft Christi in die Welt zu tragen. Jeder Pfarrer setzt da eigene Schwerpunkte. Jugendgottesdienste, Männerarbeit - das sind Dinge, die ich gerne machen würde. Aber nur in dem Sinn: Was passt zur Gemeinde? Das Waldkirchenforum wird bleiben, aber die Veranstaltungen sind im Moment natürlich auch ausgesetzt. Mein Weg war nicht ganz geradlinig. Ich habe Bäcker gelernt, dann Zivildienst in einem Krankenhaus und einem Altenheim gemacht. Kurz danach fiel meine Entscheidung: Ich habe vier Jahre lang ein Theologisches Seminar in Baden-Württemberg besucht und war unter anderem zehn Jahre Dekanatsjugendreferent. In Lenggries haben wir uns schon gut eingelebt. Meine Frau ist Heilpraktikerin für Psychotherapie und eröffnet im Juni eine Praxis in Fleck. Und ich freue mich auf meine ersten Kurz-Gottesdienste in der Waldkirche."

© SZ vom 16.05.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite