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Mehrgenerationenhaus in Wolfratshausen:Maro verteidigt Mauerbau

Projektplaner Ralf Schmid (rechts) und Architekt Florian Nagler verteidigen die Mauer als essentiellen Bestandteil des Mehrgenerationenprojekts.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Die Wohngenossenschaft hält am Vorhaben für eine 3,50 Meter hohe Mauer am geplanten Mehrgenerationenhaus an der Sauerlacher Straße fest.

Die Mauer, die die Maro-Genossenschaft vor dem geplanten Mehrgenerationenhaus an der Sauerlacher Straße 15 errichten will, ist umstritten. Die CSU ist gegen die im Bauausschuss mehrheitlich bewilligte Schallschutzwand mit einer Höhe von 3,50 Metern. Die Fraktion, die bereits erreicht hat, dass der Bauantrag im Dezember erneut im Stadtrat behandelt wird, sammelt derzeit Unterschriften. Damit wolle man "verdeutlichen, dass auch die Bevölkerung gegen diese hohe Mauer ist", erklärte Fraktionssprecher Günther Eibl. Die Maro verteidigt indes ihre Pläne. Die Mauer sei für das Mehrgenerationenwohnprojekt unerlässlich, erklärten Projektleiter Ralf Schmid und Architekt Florian Nagler am Donnerstagabend bei einem Pressegespräch im Wirtshaus Flößerei.

In den Mehrgenerationenhäusern, von denen die Genossenschaft bereits drei realisiert hat, sollen Bewohner unterschiedlichen Alters "miteinander wohnen und nicht nebeneinanderher", erklärte Schmid. Nach diesem Grundsatz gestalte sich auch die Architektur: Es gebe Laubengänge, auf denen sich die Mieter begegnen, einen zentralen Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss, eine von allen nutzbare Gästewohnung - und den Hof, der mit Bäumen, Grün- und Kiesflächen und einem Spielbereich "intensiv gemeinschaftlich genutzt werden soll". Das aber sei nur möglich mit entsprechendem Schallschutz. "Es gibt den politischen Willen, dass ein Mehrgenerationenwohnprojekt gebaut wird", sagte Schmid zu dem einstimmigen Stadtratsbeschluss von Oktober 2016. "Das funktioniert nur mit einem Außenbereich, der Aufenthaltsqualität hat - und die gibt es nur mit Schallschutz."

So soll das Bauprojekt aussehen. Vorne die geplante Mauer an der Sauerlacher Straße.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Architekt Florian Nagler erklärte, dass Messungen an der stark befahrenen Kreuzung an Sauerlacher Straße und Floßkanal Werte von mehr als den zulässigen 70 Dezibel ergeben hätten. Ohne wirksamen Schallschutz dürfe der Hof nicht als Aufenthaltsfläche ausgewiesen werden. Laut Nagler soll die Mauer aus Ziegeln mit offenporigem Mauerwerk und absorbierendem Material errichtet und in den Nischen begrünt werden, um eine Schallreflexion auf die gegenüberliegende Straßenseite zu vermeiden. Schmid erklärte, dass die Maro zwar Alternativen prüfe, und ein Bauphysiker errechne, ob sich die Wand auch niedriger gestalten ließe. Schon die Reduzierung der ursprünglich 3,85 Meter hoch geplanten Mauer auf 3,50 Meter aber ergebe drei Dezibel mehr, akustisch sei das gefühlt eine Verdopplung. Die von der CSU geforderte Höhe von 1,25 Metern halten Schmid und Nagler nicht für zweckdienlich.