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Liedermacher-Festival:Altes Genre neu belebt

Von felicitas Amler, Geretsried

Hans Ketelhut, Kulturreferent der Stadt Geretsried, zeigt sich erleichtert: So schwere Texte wie früher, als alle nur auf sehr ernste gesellschaftliche Protest eingestimmt gewesen seien, gebe es glücklicherweise nicht mehr. Das Geretsrieder Liedermacher-Festival findet heuer zum sechsten Mal statt. Alle zwei Jahre lädt die Stadt Liedermacher ein, sich um eine der Auszeichnungen zu bewerben. Höchstens zwei Personen, mindestens eine Stimme und ein Instrument sind die Anforderungen. Die Resonanz ist gut: 61 Einsendungen gab es heuer. Die Jury hat fünf Kandidaten ausgewählt, die sich am Freitag, 1. Juli, dem Publikum stellen. Es sind Frank Bayer aus Fürth, Peter Fischer aus München, Oliver Gehrung aus Schwäbisch Hall, Erwin Reisinger und René Steiner aus Graz sowie Martin aus Heidelberg. Eigentlich hätte wenigstens eine Frau unter den Nominierten sein sollen, sagt Kulturamtsleiterin Anita Zwicknagl: eine singende Cellistin, die aber wegen einer Stimmbandentzündung abgesagt habe.

Neben Ketelhut und Zwicknagl gehörten der Jury die freie Journalistin Claudia Koestler, der Künstler Volker Witte und der frühere "Kulturherbst"-Impresario Günter Wagner an. Witte sagte, die Vorauswahl sei diesmal schwierig gewesen, da sich viele sehr gute Liedermacher beworben hätten. Bewertet werden Text, Gesang und Instrumentalität. Koestler sagte, es habe eine spannende Bandbreite gegeben: Vom poetisch mit der Gitarre auftretenden und fast in sich gekehrten Teilnehmer bis zu sehr spritzigen jungen Menschen.

Es sind fünf Preise ausgelobt, die mit 100, 200, 300, 500 und 1000 Euro dotiert sind. Neben den Publikumspreisen gibt es einen Jurypreis. Mit dem Festival sollen verstärkt junge Leute angesprochen werden. Zwicknagl räumte ein, das sei nicht so leicht, da das Genre keine jungen, prominenten Vorbilder habe: "Mich fragen junge Kollegen: Was ist denn überhaupt ein Liedermacher?"

6. Geretsrieder Liedermacher-Festival, Freitag, 1. Juli, 19 Uhr, Karl-Lederer-Grundschule, Eintritt zehn, ermäßigt acht Euro. Kartenreservierung unter Telefon 08171/629827, E-Mail an anita.zwicknagl@geretsried.de

© SZ vom 13.06.2016
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