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Konzerthinweis:Großes "Stabat mater" in Corona-Version

Ein kirchenmusikalisches Großprojekt hatte Christoph Heuberger vor Augen gehabt: 150 Mitwirkende hätten im Oktober Antonin Dvoraks Oratorium "Stabat Mater" in der Tölzer Stadtpfarrkirche zum Klingen bringen sollen. Nun gibt es coronabedingt immerhin eine Teilaufführung. Am Samstag, 19. September, und Sonntag, 20. September, steht im Rahmen einer geistlichen Abendmusik eine gekürzte Version mit Klavier statt Orchester, vier Solisten und einem Vokalensemble von gut 20 Sängerinnen und Sängern des Chors der Stadtpfarrkirche auf dem Programm.

Seit Ende Juni probt Heuberger wieder unter strengen Auflagen in der Franzmühle mit jeweils 14 Choristen. Die Lüftungsbedingungen mit zwei gegenüberliegenden Fensterfronten seien "sehr gut", die Probendauer auf eine Stunde beschränkt. "Das Angebot wurde nach den drei Monaten kompletter Chorpause gut angenommen", berichtet der Kirchenmusiker. So habe sich im Lauf des Sommers die Entscheidung herausgebildet, "zumindest in einer Kurzform und in einer Besetzung, die alle Sicherheitsvorschriften einhält, dieses fantastische Werk einem interessierten Publikum zu präsentieren".

Bei der musikalischen Substanz und Qualität will Heuberger keine Kompromisse eingehen. Als Solisten hat er Anna Karmasin (Sopran), Barbara Hölzl (Mezzosopran), Jonas Wuermeling (Tenor) und Thomas Gropper (Bariton) gewonnen; am Steinway-Flügel sitzt Atsuko Kawada-Heuberger. Die Mitglieder des Vokalensembles stellen sich der Herausforderung, mit mehr als zwei Meter Abstand zueinander ein schwieriges und komplexes Werk zu singen. Der Eintritt ist frei. Da die beiden Aufführungen mit hohen Kosten und großem ehrenamtlichen Aufwand verbunden sind, bittet die Kirche um Spenden. Bei Einhaltung der Hygienevorschriften können pro Konzert 100 Zuhörer dabei sein. Beginn am Samstag ist um 20 Uhr, am Sonntag um 18 Uhr. Reservierung unter kirchenmusik-bad-toelz@online.de.

© SZ vom 16.09.2020 / stsw

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