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Kommunaler Haushalt:Vorerst auf Sparkurs

Lenggries investiert heuer deutlich weniger als in vergangenen Jahren

Der Lenggrieser Gemeinderat ist der Empfehlung des Hauptausschusses gefolgt und hat am Montag den diesjährigen Haushaltsplan ebenfalls einstimmig gebilligt. Viel Lob gab es für Kämmerer Michael Wenig für die übersichtliche Kassenführung. Generell waren die Rückmeldungen zum diesjährigen Haushalt positiv. Dessen Gesamtvolumen von 28,7 Millionen ist wieder etwas gesunken. Eine Kreditaufnahme ist heuer nicht nötig, aber die Rücklagen sinken und die Investitionsrate ist ebenfalls deutlich niedriger als in den Vorjahren.

Einkommens- und Gewerbesteuereinnahmen hat Kämmerer Wenig am vergangenen Jahr orientiert, die Schlüsselzuweisungen, die Lenggries bekommt, fallen allerdings deutlich niedriger aus. Mehr ausgeben muss die Gemeinde für die Kreisumlage. Eine sprunghafte Neuverschuldung auf 21 Millionen Euro ist 2022 vor allem für den Pflegeheim-Neubau nötig. "Aber die Schulden werden über Mietzahlungen refinanziert", sagte Wenig. Betrieben werden soll das Pflegeheim von der Caritas, die auch in die Planungen eingebunden war und an die Gemeinde Pacht zahlt.

"Wir sind bemüht, keine weiteren Schulden aufzunehmen", betonte Bürgermeister Stefan Klaffenbacher (FWG). Josef Wasensteiner (CSU) nannte den Haushalt "solide" und lobte, wie Roman Haehl (Grüne), die transparente Aufarbeitung des über 400-seitigen Zahlenwerks. Kritisch äußerte sich Haehl allerdings zu der "großen Investition" für die Erweiterung des Parkplatzes an der Wasserwacht. 460 000 Euro sind eingeplant, um die teils chaotischen Verhältnisse am Sylvensteinsee zu entschärfen und zu verhindern, dass Ausflügler im FFH- oder Naturschutzgebiet parken. Haehl forderte ein größeres Konzept, das auch den Ausbau von Radwegen einbeziehe. Kämmerer Wenig erklärte den hohen Ansatz damit, dass ein naturschutzrechtlicher Ausgleich für die deutliche Vergrößerung der Parkflächen nötig sei, sowie möglicherweise eine zusätzliche Zufahrt auf die Bundesstraße 307. Hier sei, wie bei straßenbegleitenden Radwegen, eine Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Bauamt Weilheim nötig, sagte Bürgermeister Klaffenbacher.

© SZ vom 24.03.2021 / schp
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