Klangwelt Klassik in Icking:Als Zweitplatzierte an die Spitze

Lesezeit: 2 min

Klangwelt Klassik in Icking: Das Trio Karénine kommt nach Icking.

Das Trio Karénine kommt nach Icking.

(Foto: Lyodoh Kaneko/oh)

Das "Trio Karénine" spielt in der Reihe "Meistersolisten im Isartal" ein denkwürdiges Schubert-Programm

Von Ulrich Möller-Arnsberg, Icking

Bis ins Finale hatte es das Trio Karénine geschafft. Dann, Mitte September 2013, ging es beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD um Schuberts Klaviertrio in B-Dur op. 99. Musik, die die Geigerin Charlotte Juillard, die Pianistin Paloma Kouider und der Cellist Louis Rodde nun auch aufs Programm ihres Konzertes bei Klangwelt Klassik gesetzt haben. Und Musik, von der der Grandseigneur des Klaviertrios, der heute 98-Jährige Pianist Menahem Pressler, sagt, dass sie etwas ganz Delikates zwischen "Himmel und Erde" sei.

Wenn die Pariser Musikerinnen und Cellist Rodde jetzt damit im Rainer-Maria-Rilke-Gymnasium auftreten, dürften sie sich etwas entspannter fühlen als damals im Prinzregententheater, als es zwischen dem Trio Karénine und dem niederländischen van Baerle Trio unter anderem mit der anspruchsvollen Schubert-Interpretation um den ersten Preis ging. Die Gemüter im Publikum waren jedenfalls nach dem Finale bist zum Bersten gespannt, als sich die Jury unter Vorsitz von Menahem Pressler zur Beratung zurückzog. Beide Trios hatten ihr Bestes für Schubert gegeben, hatten überhaupt den ganzen Wettbewerb durch alle Runden auf grandios hohem kammermusikalischen Niveau gespielt. Aber dann trat der Altmeister aller Klaviertrios vors Mikrofon und sagte schlicht: Der erste Preis werde nicht vergeben. Schubert, er wisse es ja selbst aus jahrzehntelanger Erfahrung, sei eben etwas ganz Besonderes, was einem nicht so leicht in Vollendung gelinge. Daher habe sich die Jury entschieden, zwei zweite Preise zu vergeben.

Acht Jahre ist das her, aber der Preis beim ARD-Musikwettbewerb wirkt nach. Nicht, dass es der zweite war, sondern dass es so ein besonderer war, der die Karriere des Trios Karénine enorm beschleunigte. Beim französischen Label Mirare sind seit 2016 vier Alben erschienen. Schon die erste Einspielung mit Robert Schumanns Klaviertrios Nr. 1 und 2 wurde von der internationalen Presse mit Bestnoten bedacht. Die zweite CD "Musique française" mit Werken von Fauré, Ravel und Tailleferre (2018) erhielt fünf Classica-Sterne und fünf Diapasons. Nicht nur das, sie wurde auch für den deutschen Schallplattenpreis nominiert. 2019 dann zeigte das Trio Karénine mit aufgenommenen Werken von Dvořák, Schostakowitsch und Weinberg, dass ihm auch bei Werken des 20. Jahrhundert preiswürdige Interpretationen gelingen. Die aktuelle CD mit Bearbeitungen von Franz Liszts "Tristia" (aus der Klaviermusik "Années de pèlerinage"), Schönbergs Streichsextett "Verklärte Nacht" und Schumanns "Sechs Stücken in Kanonischer Form" wurde Anfang vergangenen Jahres veröffentlicht und von der BBC mit dem "Record of the Week" bedacht. Damit nicht genug, dazu kam auch noch die Nominierung für den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Soweit bislang die Geschichte seit dem Zweiten Preis von 2013, der im Nachhinein ein großer Gewinn war.

Das Trio Karénine gastiert mit Werken von Schubert und Dvořák am Samstag, 12. Februar, in der Reihe "Meistersolisten im Isartal" im Rainer Maria-Rilke-Gymnasium, Icking. Infos und Karten unter https://klangwelt-klassik.de

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Abo kündigen
  • Kontakt und Impressum
  • AGB