Kinder und Jugendliche:Mit Garfield auf den Kuchenthron

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Sechs junge Mädchen aus Geretsried nehmen am internationalen Tortenwettbewerb teil. Für ihre Kreativität werden sie von einer Jury mit Auszeichnungen in Silber und Bronze belohnt

Von Paulina Porer, Geretsried

Bunte Farben auf Schokolade und Fondant glitzern durchs Schaufenster des Quartierstreffs in Stein. Figuren, etwa ein Pandabär zwischen zwei Ästen oder Garfield unter einem Sonnenschirm liegend, verzieren die so unterschiedlichen Torten. Etwa sechs Wochen lang haben sechs junge Geretsriederinnen an ihren Torten getüftelt. Im April hat Irina Pfafenrod vom Quartiersmanagement des Trägervereins Jugend- und Sozialarbeit Geretsried die Mädchen zum internationalen Tortenwettbewerb angemeldet. 2021 fand dieser zum ersten Mal für Kinder und Jugendliche zwischen vier und 18 Jahren statt. Pfafenrod macht hobbymäßig gerne Torten und wollte den Kindern einen Ausgleich zum eher eintönigen Corona-Alltag bieten, sagt sie. "Aus Deutschland gab es kaum Anmeldungen, aber ich habe gesagt, wir probieren es einfach." Auf ihre Anfrage hin seien mehrere Mädchen sofort dabei gewesen.

Stolz überreichte Pfafenrod den Mädchen nun am Donnerstag die Urkunden und einen Eisdielen-Gutschein. Von den weltweit über 1000 eingereichten Torten, konnten die Geretsriederinnen zweimal Bronze und sogar einmal Silber gewinnen. Für den ersten Platz hätte es vom Wettbewerbsveranstalter eine Backmaschine gegeben, doch das Gewinnen hätte gar nicht so sehr im Fokus gestanden. "Es war wichtig, dass sie einfach mitgemacht haben und es Spaß gemacht hat", sagt Pfafenrod. Die Mädchen hätten oft auch nach drei Stunden noch gerne weiter an ihren Torten gearbeitet und nicht nach Hause gewollt, erinnert sich die 55-jährige.

Kinder und Jugendliche: Preisgekrönter Konditornachwuchs (von links): Maria-Christina Springer, Tansila Saydulaeva und Angelina Weber.

Preisgekrönter Konditornachwuchs (von links): Maria-Christina Springer, Tansila Saydulaeva und Angelina Weber.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Alle Teilnehmer wurden je nach Alter in thematische Kategorien eingeteilt: "Mein bester Freund", "Mein Lieblingstier" oder "Fantasie". Daran mussten sich die Mädchen orientieren. Die pädagogische Mitarbeiterin des Trägervereins hat mit ihnen überlegt, wie sie ihre Torten zum jeweiligen Thema gestalten können und ihnen dafür verschiedene Techniken und Figuren gezeigt.

Die neunjährige Sophia hat ihren liebsten Kuscheltierhasen Lili als essbare Figur auf die Torte gesetzt. "Von Anfang an hat sie rumdiskutiert und ihren eigenen Blick gehabt", sagt Pfafenrod, als sie Sophia den Eisgutschein überreicht. Angelina wollte dagegen einen Delfin auf ihrer Torte. Damit hat die Elfjährige sogar Silber in ihrer Kategorie gewonnen.

Hin und wieder sollten die Mädchen auch zu Hause kleine Aufgaben erledigen. Sophia erzählt, dass sie am Wochenende oft mindestens zwei Stunden und manchmal auch einen ganzen Tag an ihrer Torte gearbeitet hat. "Es war schon anspruchsvoll, aber eine coole Erfahrung", sagt sie. Die Idee für ihre Torte, die eine Weltkugel mit dem Universum auf Pappe im Hintergrund darstellt, entstand aus zweien ihrer Wünsche: "Ich wollte schon immer Astrophysikerin werden und ich möchte, dass der Klimawandel aufhört", sagt die 13-Jährige. Gefüllt ist die Weltkugel mit gepoppten Mais-Kügelchen, darüber mit Airbrush besprühter Fondant, erklärt sie. Neben Cornflakes wurden auch gehackte Nüsse und Reispapier, das normalerweise für asiatische Gerichte verwendet wird, so besprüht und geformt, dass es zur jeweiligen Torte passt. Am Ende wurden dann Bilder der Torten mit einer Beschreibung an die Jury in England geschickt.

Kinder und Jugendliche: Auf einer der Torten liegt Garfield unter einem Sonnenschirm.

Auf einer der Torten liegt Garfield unter einem Sonnenschirm.

(Foto: Hartmut Pöstges)

"Wir möchten unbedingt wieder mitmachen", sagt Pfafenrod vom Quartiersmanagement, falls der Wettbewerb noch einmal für Kinder und Jugendliche angeboten wird. "Und dann gewinnen wir den ersten Preis", sagt die 16-jährige Tansila und lächelt. Pfafenrod möchte auch wieder eine Kulturwerkstatt veranstalten, die sich dann auf Torten spezialisiert. "Da können wir uns dann auch ganz gut vorbereiten", so Pfafenrod schmunzelnd.

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