Jugend und Politik Kreuzchen üben

Am Gymnasium Hohenburg wird die Europawahl simuliert

Die Europawahl findet eigentlich erst am Sonntag statt. Doch am Mädchen-Gymnasium Sankt Ursula auf Schloss Hohenburg gab es am Donnerstag schon einmal eine Art Probelauf. Bei der sogenannten Juniorwahl durften die Schülerinnen der 8. bis 11. Klassen vorab ihr Kreuzchen machen, darunter auch Sarah Amodio aus der 8b (siehe Bild). Wirklich zählen tun die Stimmen freilich nicht. Auch bei der Europawahl gilt schließlich immer noch: Mindestalter 18 Jahre. Trotzdem geht es bei der Juniorwahl recht professionell zu. Wahlurne, Zählkommission, amtliches Endergebnis - alles wie bei den Großen.

Es gehe bei der Juniorwahl darum, die Europäische Union besser ins Bewusstsein der Schülerinnen zu rücken, sagt Sozialkundelehrerin Christine Geigenberger. Die Mädchen hätten bei der simulierten Wahl die Gelegenheit, demokratische Grundrechte einzuüben. Deswegen habe sich das Gymnasium Hohenburg auch für die Juniorwahl angemeldet. Thomas Gampl, der stellvertretende Schulleiter, hält die Aktion auch deswegen für sinnvoll, weil die jungen Leute politisch wieder zunehmend aufgeschlossen seien. Der Brexit, die "Fridays for Future"-Bewegung, all das habe das politische Interesse wieder geschärft, so Gampl. Deswegen sei unter den Schülern auch durchaus der Wunsch da, schon mit 16 wählen zu dürfen.

An der Juniorwahl zur Europawahl nehmen dieses Jahr deutschlandweit 2760 Schulen teil. Aus der Region ist neben dem Gymnasium Hohenburg noch die Waldorfschule in Geretsried und die Bürgermeister-Prandl-Mittelschule in Penzberg beteiligt.

Wie die Wahl auf Schloss Hohenburg am Donnerstag ausgegangen ist, darf man übrigens nicht verraten. Die Ergebnisse lagen zwar schon am Nachmittag vor und wurden umgehend nach Berlin gesendet. Veröffentlicht werden die bundesweiten Resultate allerdings frühestens am Montag. Der Bundeswahlleiter will unbedingt verhindern, dass die Ergebnisse der Juniorwahl Einfluss auf die richtige Wahl am Sonntag haben.