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Infrastruktur auf dem Land:Dietramszell kämpft um Post

Protest gegen Verlegung der Filiale nach Ascholding

Die Bewohner der Gemeinde Dietramszell wehren sich gemeinsam gegen die beabsichtigte Verlegung ihrer Postfiliale. Die Filiale in Dietramszell-Schönegg soll Ende September für immer schließen, teilt Bürgermeister Josef Hauser (Freie Wähler) mit. Grund sei die Eröffnung einer neuen Postfiliale in Ascholding, integriert in ein Lebensmittelgeschäft in zehn Kilometern Entfernung. Für Bewohner ohne Auto also kaum erreichbar. Darauf weisen auch die ehemalige Büchereileiterin Margarete Gruber und ihre Ehemann, der frühere Gemeinderat Ulrich Gruber, hin.

"Durch den Wegfall der Filiale wäre wieder eine Infrastruktureinrichtung weg und das kann so nicht hingenommen werden", sagt Hauser. Die Deutsche Post in Schönegg sei umgeben von einer Arztpraxis, einem Lebensmittelgeschäft, einem Blumenladen, einer Bank und vielen weiteren Betrieben. Sowohl sie als auch die Bewohner seien auf die Postfiliale angewiesen. Der Bürgermeister hat sich bereits mit der Bundesnetzagentur (BNetzA) und der Post in Verbindung gesetzt, um für den Erhalt der Filiale zu kämpfen. In seinem Schreiben machte er deutlich: "Die Postfiliale stellt einen unverzichtbaren Teil der Infrastruktur dar." Hauser erhielt sowohl von der Post als auch von der BNetzA eine Antwort. Die Post gab an, sie werde die Situation prüfen und sich zeitnah zurückzumelden. Eine erste Einschätzung der BNetzA lautet, dass die Post nach den gesetzlichen Vorgaben frei über den Standort der Filiale innerhalb der Gemeinde entscheiden dürfe. Aktuell kümmerte sie sich außerdem um eine Stellungnahme der Post.

© SZ vom 06.08.2020 / img

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