In Geretsried:Mietmarkt bleibt angespannt

Baugenossenschaft legt Bericht für 2020 vor

Für manche Teile ihres Geschäftsberichts könnte die Baugenossenschaft Geretsried (BG) ohne Weiteres mit Textbausteinen arbeiten. "Die Baugenossenschaft könnte unverändert deutlich mehr Wohnungen vermieten, als ihr zur Verfügung stehen", heißt es auch im Jahresabschluss und Lagebericht 2020, der jetzt vorgelegt wurde. Anders gesagt: Es bleibt für Mieterinnen und Mieter trotz der regen Aktivitäten der BG, die bereits 2221 eigene Wohnungen verwaltet und weitere errichtet, äußerst schwierig, eine Bleibe zu finden. Dies betrifft laut BG-Bericht fast alle Preis- und Größenklassen. Die Fluktuationsquote im BG-Bestand ist daher niedrig, sie sank von 5,6 Prozent im Jahr 2019 auf 4,6 Prozent.

Größtes Bauvorhaben der Genossenschaft ist nach wie vor die Egerlandstraße als Fortsetzung des Stadtzentrums am Karl-Lederer-Platz. Nach dem Abriss der alten Gebäude mit den Hausnummern 58 bis 74 im ersten Quartal 2020 werden 93 neue Wohnungen und eine Tiefgarage gebaut; die Fertigstellung ist für Herbst vorgesehen.

Erneut bezeichnet es der BG-Vorstand - Wolfgang Hergeth, Hans Schmid, Wolfgang Selig und Günter Stowasser - als "kommunalpolitische Chance", dass Geretsried die Entwicklung des Zentrums vorantreibt - "was uns sehr entgegenkommt". Aktuell baut ja auch die Sparkasse an der Ecke Egerlandstraße/Karl-Lederer-Platz ein neues Wohn- und Geschäftshaus mit fünf bis sieben Geschossen statt bisher drei. Das als "markant" geplante Gebäude" liegt den neuen BG-Häusern, in denen große Einzelhandelsflächen vorgesehen sind, gegenüber.

Der BG-Vorstand setzt aber auch Hoffnung in den neuerlichen Versuch der Enex, diesmal im Verbund mit der kanadischen Eavor, auf Geretsrieder Flur in Breitenbach Geothermie nutzbar zu machen: "Wir erwarten dadurch langfristig den Aufbau einer CO₂-neutralen Fernwärmeversorgung in Geretsried, die auch für einige unserer Standorte im Stadtteil Gartenberg interessant werden könnte."

Als wichtigste Infrastrukturmaßnahme sieht die Baugenossenschaft genau wie die Lokalpolitik die Verlängerung der S-Bahnlinie 7 nach Geretsried. Obwohl sich immer wieder Verzögerungen ergäben, so der Vorstand, "erscheint uns die Realisierung als sicher".

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