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In der Pandemie:Ideen für Münsing

Georg Sebald

Georg Sebald ist Kulturreferent der Gemeinde Münsing.

(Foto: Privat/oh)

Kulturreferent Georg Sebald will Künstler vernetzen

Von Benjamin Engel, Münsing

Die Pandemie friert das Kulturleben ein - gerade auf der so wichtigen Ebene der persönlichen Begegnung. Auch den im Frühjahr 2020 neu gewählten Gemeinderat und Kulturreferenten Georg Sebald bremst diese Situation. "Ich hätte so viele Ideen", sagt er. Für den kommenden Sommer hatte er in Münsing eine Kunst- und Kulturwoche angedacht, um die Vielfältigkeit des kulturellen Lebens in der Kommune aufzuzeigen. "Das muss ich jetzt auf Eis legen", bedauert er. In einem akribisch zusammengestellten Bericht, den er im November auch dem Gemeinderat präsentiert hat, verweist er auf mehr als 50 Vereine und Organisationen sowie eine breite Basis an Künstlern und Kulturschaffenden mit nationalen und internationalem Hintergrund, die er alle gerne einmal zusammenbringen und besser vernetzen würde.

Zu den Instrumenten, die ihm zur Verfügung stehen, um konkrete Projekte zu fördern, zählt der Kulturfördertopf. In Abstimmung mit dem Bürgermeister kann der Kulturreferent so jährlich 5000 Euro vergeben. Im vergangenen Jahr flossen etwa 360 Euro an Gabriele Hüttl, die Wolfratshauser Mitinitiatorin der Online-Plattform "www.das-kunstwerk.net". Für sein Projekt "Brotzeit & Spiele" bekam Impresario Wolfgang Ramadan 350 Euro. Mit je 1000 Euro aus dem Kulturfördertopf wurde im Vorjahr und wird heuer der Auftakt der TV-Serie "Mein Daheim im Oberland" auf OLAtv unterstützt, bei dem Anatol Regnier mitwirkt.

Durch die Pandemie sei das kulturelle Leben in der Gemeinde fast zum Erliegen gekommen, sagt Sebald. Einige hätten ordentlich zu kämpfen. Die Kommune wolle mit den Förderungen ihre Unterstützung ausdrücken. Der Kulturfördertopf diene dazu, möglichst schnell und unkompliziert konkrete Projekte zu unterstützen. In manchen Jahren werde er nicht vollständig ausgeschöpft.

Seit 2015 fördert die Gemeinde laut Sebald Kunst- und Kulturschaffende mit jährlich durchschnittlich 12 562 Euro. Unabhängig vom Kulturfördertopf fließen seiner Auskunft nach pro Jahr 1000 Euro an die Klassik-Reihe Holzhauser Musiktage, je 250 Euro an die Blaskapellen in Degerndorf, Holzhausen und Münsing sowie an den Gesangsverein des Hauptorts. 7000 Euro jährlich bekommt der Förderverein für Musikerziehung. Um die 100 Kinder würden damit in der Instrumentalausbildung unterstützt, sagt Sebald. Der Unterricht habe in jüngster Zeit über Online-Video-Lehrstunden gut funktioniert.

Entscheidend für Sebald ist, vielfältig Kultur zu fördern. 2019 gab es aus dem Kulturfördertopf etwa 1000 Euro für den Dokumentarfilm "Todesmarsch Dachau" des Eurasburgers Max Kronawitter. Geld erhielten zudem die Münsinger Franz-Graf-von-Pocci-Gesellschaft für den Ankauf von Zeichnungen oder der Trachtenverein Sankt Heinrich/Seeshaupt.

Zu seinen wichtigsten Anliegen zählt Sebald, die Kulturschaffenden abseits der organisierten Vereine besser zu erreichen und zu vernetzen. Aus der Möglichkeit, alle zusammenzubringen, könne mehr kreative Energie wachsen. Das Projekt Kunst- und Kulturwoche will Sebald nun im Jahr 2022 angehen.

© SZ vom 22.02.2021
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