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Ickinger Politik:Federführende Jugendarbeit

Dass in einer Gemeinderatssitzung großes Lob ausgeschüttet wird, ist eher selten. Das aber durften zwei junge Antragsstellerinnen in Icking am Mittwoch erfahren: Rafaela Eimer und Lilly Reiner planen, auf einer Streuobstwiese am Hinteren Moos einen mobilen Hühnerstall aufzustellen. Die beiden Kinder würden sich - das folgende Wortspiel ließ Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI) genüsslich betont in den Raum fallen - "federführend" um die Hühner kümmern. Zwei Tanten werden das Projekt fachkundig begleiten, sodass das Tierwohl gesichert sei. Sie würden die Tiere auch übernehmen, sollte das Projekt wider Erwarten scheitern. Kinder aus der Einheimischensiedlung Spatzenloh dürften laut Rathauschefin "natürlich mitmachen", für die anfallenden Kosten werden die Kinder von ihren Eltern unterstützt. Einstimmig goutierte der Gemeinderat das Vorhaben - unter der Bedingung, dass die angrenzenden Nachbarn einverstanden sind. Eine Nutzungsgebühr erhebt die Gemeinde nicht, solange es sich um ein Projekt der Jugendarbeit handelt. "Ihr macht keine Wünsch-dir-was-Listen, ihr habt eine gute Idee und setzt diese um, das finde ich ausgezeichnet", freute sich Claudia Roederstein (UBI). Sie wünschte sich mehr junge Antragssteller, die sich reellen Möglichkeiten stellten und sich "das trauen, was ihr euch traut - und damit auch Erfolg habt".

© SZ vom 25.11.2020 / cjk
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