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Ickinger Baupolitik:"Getäuscht und verhöhnt"

Ickinger Gemeinderäte lehnen Abweichungen eines Neubaus ab

Von Claudia Koestler, Icking

Ein privater Bau in der Gemeinde Icking sorgt für Ärger: Weil sich die Bauherren bei der Errichtung ihres Hauses in der Walchstadter Straße nicht an die Vorgaben der Kommune gehalten haben und die Gemeinderäte Zweifel hegen an einem Versehen, lehnte der Ickinger Bauausschuss am Montag einstimmig die nachträgliche Genehmigung ab.

Abweichungen von dem, was genehmigt wurde, gibt es dabei sowohl am Haus selbst wie auch bei der Gestaltung der Freiflächen. Am Gebäude fehlen nach Angaben von Bürgermeisterin Verena Reithmann (UBI) die Dachüberstände, zudem gebe es nicht genehmigte Einschnitte im Dach selbst. Bei den Freiflächen moniert die Kommune einen etwa zwei Meter hohen Sichtschutzzaun, der nicht der

Freiflächengestaltungssatzung entspreche. Diese soll laut Rathauschefin sicherstellen, dass die Gemeinde weiter optisch ländlich geprägt bleibe und keine "Trutzburgen" entstehen.

Das Pikante: Die Bauwerber hätten zunächst einen Plan im Bauamt vorgelegt, der das Haus ungefähr so gezeigt habe, wie es nun entstanden ist. Im Bauamt sei ihnen damals mitgeteilt worden, dass die

fehlenden Dachüberständen, Einschnitte und der Zaun nicht den Vorgaben entsprächen und er so nicht genehmigt würden. Daraufhin hatten die Bauwerber einen neuen Plan eingereicht, der den Satzungen entsprach und auch genehmigt wurde. Gebaut wurde allerdings schließlich eher nach den ersten, von der Kommune abgelehnten Plänen. Dass die Bauherren von einem "Versehen" sprechen, um die Abweichungen zu begründen, steht Reithmann zufolge im Widerspruch zu ihren weiteren Aussagen, dass eine Ausführung mit Dachüberstand nicht möglich gewesen sei.

In der Folge kam es am Montag zu "sehr deutlichen Wortmeldungen", wie es die Bürgermeisterin diplomatisch ausdrückt, "oder auch, salonfähig übersetzt: Der Bauausschuss fühlt sich getäuscht und verhöhnt", sagte sie. Nach der Ablehnung der Tektur durch den Ickinger Bauausschuss obliegt es nun dem Landratsamt, wie in der Sache weiter verfahren wird.

© SZ vom 10.06.2020

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