Geriatrie 15 Zimmer fürs Personal

Lenggrieser Räte billigen Unterkünfte in Reha-Klinik. Die Villa nebenan bleibt erhalten

Von Petra Schneider, Lenggries

Die ersten Patienten der Fachklinik für Geriatrische Rehabilitation sind Anfang Februar eingezogen, bis zum Sommer sollen alle 60 Plätze belegt werden. Etwa 25 Mitarbeiter arbeiten zurzeit in der Fachklinik in Lenggries. Um die Suche nach Personal für die wieder geöffnete Einrichtung zu erleichtern, hat der Gemeinderat einstimmig einem Antrag zugestimmt, in den Obergeschossen eines Gebäudeteils über der Küche Unterkünfte für Beschäftigte zu schaffen.

Mitarbeitern sollen dort übergangsweise etwa 15 Zimmer mit eigenen Sanitärbereichen und einem Gemeinschaftsraum zur Verfügung stehen, bis sie eine Wohnung in Lenggries oder Umgebung gefunden haben. Bereits im November hatte der Gemeinderat eine Verlegung des Betriebskindergartens von der Villa in das Klinikgebäude gebilligt. Abgelehnt wurden dagegen Pläne des neuen Eigentümers, die Villa abzureißen und zwei Doppelhäuser samt Garagen zu bauen.

Wie eine nähere Untersuchung gezeigt habe, gebe es für die geplanten Änderungen "keine städtebauliche Rechtfertigung", sagte Bauamtsleiter Toni Bammer. Das Villengebäude füge sich baulich sehr gut in die Umgebung ein. Dagegen wären die Doppelhäuser, die einen Meter höher als die bisherige Villa geplant sind, aus Sicht der Verwaltung zu dominant im Verhältnis zur benachbarten Wohnbebauung. Ein weiterer Aspekt: Der Wohnbau würde wesentlich näher an den Klinikbereich heran rücken, was das Spannungsfeld zwischen den unterschiedlichen Nutzungen verschärfen dürfte. Dieser Begründung folgten mit Ausnahme von Hans Proisl (FWG) und Franz Baumgärtel (FWG) alle Gemeinderäte.

Die Geriatrische Rehaklinik wurde vor gut eineinhalb Jahren überraschend geschlossen. Der Asklepios-Konzern hatte die Klinik an die Projektgesellschaft "Bergweg 21 Immo GmbH & Co.KG" unter Geschäftsführung des Lenggriesers Christoph Hertwig verkauft. Das Anwesen wurde saniert und der Brandschutz erneuert, die Villa weiterverkauft. Beim Betrieb der Fachklinik entschied sich das Investorenkonsortium unter mehreren Bewerbern für das Konzept des Universitätsprofessors Nikolaus Netzer, der in Bad Aibling seit 15 Jahren eine Rehaklinik betreibt. Statt bisher 95 Betten will die von Netzer gegründete Betreibergesellschaft "Gesundheitsbetriebe Isarwinkel" künftig 60 Betten anbieten.