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Geretsried:Petruskirche trauert um Opfer von Hanau

Die evangelische Petruskirche Geretsried hat ihre Trauer um die muslimischen Opfer des rechtsextremen Mordanschlags von Hanau zum Ausdruck gebracht. Der Kirchenvorstand mit Dieter Kaufmann und Bettina Wittmeyer an der Spitze fordert "Solidarität und Schutz für unsere Mitbürger anderen Glaubens und anderen kulturellen Hintergrunds". Auch neben Corona gebe es Vorkommnisse, auf welche die Kirchengemeinde reagieren wolle und müsse, schreibt Vertrauensfrau Wittmeyer, "wenn auch nicht immer ganz so schnell, wie wir das gerne möchten".

Die Morde von Hanau seien eine Folge der rechtsextremen und rassistischen Sprache, die sich in unserer Gesellschaft zunehmend verbreite, so der Kirchenvorstand. "Als evangelische Gemeinde in Geretsried wollen wir an einem toleranten und friedlichen Miteinander mitwirken, unabhängig von kulturellem Hintergrund und Glauben." Hanau zeige, wie aus verrohter und rassistischer Sprache für Einzelne der Boden bereitet werde, Hassworte in Taten umzusetzen. Die Tat stehe für eine Zäsur, die eine klare Sprache und Position aller Demokraten fordere: "Wer heute noch eine Partei wählt, die rechtsextremes und völkisches Gedankengut verbreitet, stellt sich außerhalb von Demokratie und eines christlichen Menschen- und Gesellschaftsbildes." Jeder Einzelne in der Gemeinde und in Geretsried könne mit einem klaren Entgegentreten gegen den alltäglich geäußerten Rassismus in der direkten Umgebung mithelfen, der rechten Hetze zu begegnen. Klarheit in der Sprache sei nötig: Die Morde von Hanau seien nicht fremdenfeindlich, sondern rassistisch. "Die Morde von Hanau müssen für uns als evangelische Gemeinde in Geretsried Auftrag sein, daran mitzuarbeiten, dass sich so ein Ausbruch rassistischer Gewalt nicht wiederholt."

© SZ vom 24.03.2020 / fam
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