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Geretsried:Comics, die Musik erklären

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Weil nicht alle Leute die englischen Liedtexte gut verstehen, gibt es bei "Sting Illustrated" Comiczeichnungen. Die Idee hatte Alex Sebastian (Mitte).

(Foto: privat)

Die Band "Inside Project" spielt nicht einfach Lieder von Sting nach. Sie hat auch eine einzigartige Show entwickelt: Zeichnungen illustrieren die Texte. Am Freitag gibt es eine Vorpremiere im "Hinterhalt"

"Roxanne", "Message in a Bottle" oder "Fields of Gold" sind Songs, die nahezu jedem geläufig sind. Die Hintergründe und Texte der Lieder hingegen eher nicht. Die Sting-Tributband Inside project bringt an diesem Freitag, 24. April, mit "Sting Illustrated" eine einzigartige Show in die Geltinger Kulturkneipe "Hinterhalt". Die Show kombiniert Musik und Comiczeichnungen, welche die Geschichten der Songs erzählen.

Besetzt ist das Projekt mit hochkarätigen Musikern: Stefan Noelle ist ein renommierter Jazz- und Pop-Schlagzeuger, der auch für Film und Fernsehen komponiert und spielt, Keyboarder Oliver Hahn und Gitarrist Enrico Coromines waren Teil der Gottschalk Late Night Band, und Bassist Paul Tietze ist unter anderem Bandleader bei Lou Bega. Dazu kommt der Münchner Singer/Songwriter Alex Sebastian.

Er ist ein großer Fan von Sting und war natürlich Ende März in der Münchner Olympiahalle, wo der Brite zusammen mit Paul Simon ein Konzert gab. "Sting bringt mich immer wieder an Orte, an die ich sonst nicht gehen würde", sagt Sebastian. Das meint er sowohl musikalisch als auch physikalisch. Für ihn ist Sting das, was für viele andere Bob Dylan ist: Der Inbegriff des Songwriters. Ein Musiker, der keinem Trend hinterherläuft und ständig mit etwas Neuem überrascht.

Vielleicht ist das sogar eine Gemeinsamkeit, die den Münchner mit seinem Idol verbindet. Denn auch der Gedanke, Musik und Comic zu kombinieren, ist neu. "Die Idee kam mir schon vor mindestens 15 Jahren", erzählt er. Damals hörte er das Album "Mercury Falling" und konnte sich den Song "I hung my Head" so bildlich vorstellen, dass er sich dachte, dass man die Musik illustrieren müsste. "Gerade bei Leuten, die nicht so gut Englisch sprechen, kommen die Texte oft zu kurz", sagt Sebastian. Dabei seien sie beachtenswert, oft sehr komisch, skurril und bildhaft.

Gezeichnet wurde "Sting Illustrated" von Dennis Hauk, auf ihn ist Sebastian in einem Comicforum im Internet gestoßen. In dieses hatte Sebastian eine Anfrage gestellt, auf die sich mehrere Zeichner meldeten. Bei Hauk war er sich sofort sicher: "Er hat die richtige Bildsprache." Die Comics müssten ausdrucksstark sein, dürften den Zuschauer aber auch nicht überfordern.

Der Ablauf der Show ist abwechslungsreich gestaltet: Mal wird nur ein Bild zur Ansage gezeigt, mal ist der ganze Song illustriert. Wie man die Songs darstellen könnte, überlegten sich Sebastian und Hauk gemeinsam. Herausgekommen sind zwischen 250 und 300 Bilder.

Weil er nicht nur die Musik, sondern auch das Leben von Sting aufmerksam verfolgt, hat Sebastian auch einige Anekdoten parat. Unter anderem wird das Publikum erfahren, warum Dominic Miller, Gitarrist in Stings Band, denkt, dass Sting seine Texte unter Steinen in seinem Garten findet.

Die Premiere von "Illustrated Sting" findet am 5. Juni im Münchner Amerika Haus beim Comicfestival statt. Zur Vorbereitung auf die Show gab es bereits mehrere Vorpremieren, bei denen die Musiker ihr Programm aufführten. "Die Rückmeldungen waren bis jetzt sehr gut'', sagt Sebastian. "Manche Zuschauer haben die Songs zum ersten Mal richtig verstanden."

Freitag, 24. April, "Hinterhalt", Gelting, Beginn 20.30 Uhr, Bar und Brotzeitküche öffnen um 19 Uhr, Karten zu 13 Euro unter info@hinterhalt.de