Geld für die Anlage Matchball für den Tennisclub

Klaus Köhler leitet den Tennisclub Geretsried. Er freut sich, dass nun endlich sieben der zehn maroden Plätze saniert werden können.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Geretsrieder Sportausschuss empfiehlt Zuschuss für neue Sandplätze des TC

Von Felicitas Amler, Geretsried

Der Tennisclub (TC) Geretsried könnte jetzt erstmals in seiner 63-jährigen Geschichte einen öffentlichen Zuschuss erhalten. Der Sportausschuss des Stadtrats empfiehlt dem letztlich entscheidenden Hauptausschuss, dem TC 42 000 Euro zur dringend nötigen Sanierung von Plätzen zu gewähren. TC-Vorsitzender Klaus Köhler ist sehr zufrieden, zumal sein Verein im Sportausschuss allseits gelobt wurde.

Der Tennisclub ist in einer ungewöhnlichen Situation: Er besitzt die 10 000 Quadratmeter Grund am Isardamm 10, auf denen er ein Clubhaus und zehn Tennisplätze unterhält. Allerdings kann dieser Besitz auch zur Last werden. Die Sandplätze müssen dringend erneuert werden, da die Drainage nicht mehr hält. Bei Regen können sie entweder gar nicht genutzt werden, weil das Wasser darauf steht, oder sie müssen - in akuten Wettkampfsituationen - dann doch bespielt werden und sind anschließend kaputter als zuvor.

Der TC beschäftigt für 15 000 Euro im Jahr einen Platzwart, der alles soweit möglich in Ordnung hält, und er verpflichtet alle Mitglieder über 14 Jahren zu jährlich mindestens fünf Stunden Mitarbeit. Jetzt aber sind wenigstens sieben der zehn Plätze aus Sicht des Vereins fällig. Die Sanierung ist mit 115 000 Euro veranschlagt, von denen der TC 50 000 Euro selbst aufbringt. Der Bayerische Landessportverband (BLSV) hat einen Zuschuss von 23 000 Euro in Aussicht gestellt, so dass mit weiteren 42 000 Euro von der Stadt Geretsried alles finanziert wäre. Weitere notwendige Reparaturen hat der Verein hintangestellt, darunter die Duschen, Umkleiden und Toiletten im Clubhaus.

Der Tennisclub hat aktuell 316 Mitglieder, 15 Mannschaften, die an Punktspielen teilnehmen und stellt sich als Familienverein dar. Köhler betont, dass der TC einerseits viel für Jugendliche biete, andererseits zahlreiche Senioren unter den Aktiven habe. Das einstige Image eines elitären Clubs hat der TC abgelegt. Köhler erinnert daran, dass man noch bis Mitte, Ende der Neunzigerjahre tausend Euro Aufnahmebeitrag zahlen und zwei Bürgen beibringen musste und dass unter Gast-Spielern Geretsrieder einst nicht gern gesehen gewesen seien. Er selbst spielt erst seit 1999 am Isardamm und ist seit fünf Jahren Vorsitzender.

Im Stadtratsausschuss bestätigte Sportreferent Wolfgang Werner (SPD), der TC habe sich "von einem elitären Club gewandelt". Er sei einer der größten Einzelsportvereine Geretsrieds und gehöre damit zu den "weichen Standortfaktoren" der Stadt. Ein städtischer Zuschuss in die Platzsanierung sei seiner Ansicht nach "gut angelegtes Geld". Jugendreferentin Heidi Dodenhöft wandte ein, sie höre sehr wenig, was der Tennisclub im öffentlichen Leben für Kinder und Jugendliche leiste. Daraufhin las Bürgermeister Michael Müller (CSU) aus dem Antragsschreiben des Vereins vor. Demnach bietet der TC allen Geretsrieder Schulen regelmäßig kostenlose Übungsstunden an und engagiert sich bei Veranstaltungen wie dem Kinder- und Jugendtag, in der Ferienpassaktion oder beim Stadtlauf.