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Gefahrenlage wie noch nie:Lawinenkommission bilanziert Rekord-Winter

Ein evakuierter Ortsteil, Tausende Helfer im Einsatz mit Schneeschaufeln, tagelanger Katastrophenfall: Der vergangene Winter hatte es in sich. Der extreme Schneefall hat neben dem Ausnahmezustand auch hohe Lawinengefahr und eine Rekordzahl von Straßensperrungen mit sich gebracht. Rund 140 Mal mussten nach Angaben der Lawinenwarnzentrale Bayern Straßen und Wege aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. "Das ist mehr als je zuvor in den vergangenen 20 Jahren", sagte der stellvertretende Leiter, Thomas Feistl. Obwohl schon die Saison 2017 / 2018 schneereich war, gab es damals nur 73 Sperrungen; sonst sind es oft um die zehn Fälle. Trotz der Schneelage gab es in Bayern keine besonders hohe Zahl an Lawinenunfällen mit Wintersportlern. "Die Leute haben sehr vorsichtig agiert. Die Warnungen sind meist ernst genommen worden", erklärte Feistl. Drei Menschen starben in Lawinen - genauso viele wie im Vorjahr.

Nach heftigem Schneefall galt im Januar in fünf oberbayerischen Landkreisen teils mehr als eine Woche lang der Katastrophenfall, auch in Bad Tölz-Wolfratshausen. Tausende Helfer schaufelten Dächer frei, Bundeswehr und Technisches Hilfswerk waren im Einsatz. Derzeit ziehen in den Alpenlandkreisen die Lawinenkommissionen und Sicherheitsbehörden eine Bilanz des Winters. Vor wenigen Tagen traf man sich in Bad Tölz. Auch bei den Lawinenwarnungen brachten die Schneemengen Extreme. "Wir hatten 14 Tage mit Warnstufe vier", sagte Feistl. Diese zweithöchste Warnstufe gab die Behörde an einem Tag im Dezember und einem Tag im Februar aus. Die meisten Tage betrafen jedoch den Januar: "Zwölf Tage am Stück Gefahrenstufe vier - das hat es meines Wissens nach noch nicht gegeben." Auch nach Ostern ist die Gefahr nicht völlig gebannt: Weiter oben liegt noch Schnee, viele Tourengeher zieht es in die Berge. Mit dem Frühlingswetter steigt im Lauf des Tages auch jetzt noch die Gefahr von Gleit- und Nassschneelawinen an.