bedeckt München

Eurasburger Politik:Grüne wollen faire Grabsteine in Eurasburg

Grabsteine, die Kinder unter ausbeuterischen Bedingungen hergestellt haben, sollen auf dem kommunalen Friedhof verboten werden. Dafür hat die Grünen-Fraktion im Eurasburger Gemeinderat den Antrag gestellt, die Friedhofs- und Bestattungssatzung zu ändern. Fraktionssprecher Jakob Koch und seine Parteikollegen fordern, darin künftig ausdrücklich festzuhalten, dass Grabsteine und Grabsteinfassungen nur noch aufgestellt werden dürfen, wenn sie nachweislich ohne Kinderarbeit angefertigt wurden - im Sinne des entsprechenden Übereinkommens der Internationalen Arbeitsorganisation von 1999. "Wir können bei uns in der Gemeinde einen kleinen Schritt tun, um gegen ein globales Problem anzugehen", sagt Jakob Koch.

Derzeit arbeitet die Kommune daran, den Friedhof im Ortsteil Berg zu erweitern. Das wollen die Grünen zum Anlass nehmen, um die Satzung zu ändern. Im vergangenen Juni hatte der Bauausschuss den Bebauungsplan für die Friedhofserweiterung beschlossen. Auf dem 5640 Quadratmeter großen Wiesengrundstück östlich der bestehenden Friedhofsanlage sollen bis zum kommenden Frühjahr die ersten 25 Urnengräber entstehen. In den Folgejahren will die Kommune sukzessive weiterbauen. Insgesamt sind 21 Erdgrabstellen, 16 Gemeinschafts- und 42 Einzelgräber für Urnen sowie Baumgräber geplant.

Auf Landesebene hatten sich die Grünen maßgeblich dafür eingesetzt, dass Grabsteine aus ausbeuterischer Kinderarbeit verboten werden können. Vor viereinhalb Jahren beschloss der bayerische Landtag nach jahrelanger Diskussion einstimmig die rechtliche Grundlage dafür. Seitdem sind die Friedhofsträger ermächtigt, in ihren Satzungen das Verbot festzuschreiben. In einer der nächsten Ratssitzungen soll der Antrag der Eurasburger Grünen-Fraktion auf der Tagesordnung stehen, in der kommenden am Dienstag, 9. Februar, aber noch nicht, wie Bauamtsleiter Joseph Wodak auf Nachfrage mitteilt.

© SZ vom 04.02.2021 / bene
Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema