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Ehrung vom Landkreis:Ein Saal voller guter Taten

"Ohne Ehrenamtliche ist eine Gesellschaft dem kulturellen Niedergang preisgegeben": Landrat Josef Niedermaier bei seiner Ansprache im feierlich erleuchteten Barocksaal des Klosters Benediktbeuern.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Bei der Verleihung der Isar-Loisach-Medaille im Kloster Benediktbeuern betont Landrat Josef Niedermaier, wie wichtig eheramtliches Engagement für die Gesellschaft ist

Im prächtigsten Saal des Landkreises wurden die höchsten Auszeichnungen für herausragendes ehrenamtliches Engagement verliehen: Helmut Hahn, Aja von Lerchenhorst, Walter Schäl, Max Schlickenrieder und Anni Stöckl bekamen am Dienstagabend die Isar-Loisach-Medaille. Im feierlich erleuchteten und vollbesetzten Barocksaal des Klosters Benediktbeuern unterstrich Landrat Josef Niedermaier in seiner Begrüßung: "Ihr Engagement trägt dazu bei, dass unser Landkreis das ist, was er ist - ein wunderbarer Ort zum Leben."

Dekan Martin Steinbach vom Evangelischen Dekanat Bad Tölz berichtete als Festredner, dass es in Deutschland 31 Millionen Ehrenamtliche gebe, die - wie die jetzt im Landkreis geehrten - "unbezahlbar für die Gesellschaft sind". Die Ausgezeichneten indes betonten in ihren Dankesreden einhellig, dass sie dies nicht leisten könnten ohne die Mitwirkung ihres Teams oder das Verständnis ihrer Familien. Auch diesen gebührten Dank und Anerkennung. Sie nähmen die Auszeichnung quasi nur stellvertretend entgegen.

Für einen ausgesprochen schwungvollen Anfang und die weitere musikalische Begleitung der Feierstunde sorgte die F.A.M.O.U.S Jazzband mit dem Davenport Blues von Bix Beiderbecke. Am Kornett: der Preisträger Walter Schäl aus Dietramszell. Er bedankte sich ausdrücklich nicht bei denjenigen Politikern und Lobbyisten, die nur den Profit im Auge hätten, dafür aber bei all denen, die "mehr geben, als sie kriegen - zum Beispiel Pflegekräfte oder Ehrenamtliche". Schäl leitet seit 2005 die Unabhängige Psychiatrische Beschwerdestelle des Landkreises und wurde "für dieses unschätzbar bedeutsame mitmenschliche Engagement" ausgezeichnet.

Musik spielt auch bei Helmut Hahn eine große Rolle. Der Geretsrieder, der wie seine Mitstreiter in Tracht erschien, hat die Eghalanda Gmoi nicht nur zum bundesweit aktivsten und größten Vertriebenenverband entwickelt, er hat auch das Heimatmuseum Geretsried mit aufgebaut.

Preisträgerin Aja von Lerchenhorst leitet seit 40 Jahren das von ihr gegründete Rieder Kindertheater. Sie motiviert Kinder zwischen neun und 14 Jahren, aktiv zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Sie sei froh, ihren Lehrerberuf an den Nagel gehängt zu haben, um fortan das zu tun "was mir wichtig ist und es mit Erfolg und Freude zu tun, ohne dass Geld dazwischen ist". Von Lerchenhorst betonte, dass eine ehrenamtliche Gesellschaft das Leben an sich bereichere und verschönere.

Mehr Dankesworte an andere als für ihren hohen Preis fand Anni Stöckl aus Bad Tölz. Stöckl ist Einsatzleiterin der Dorfhelferinnen-Station, Kreisvorsitzende der Landvolkbewegung und Mitarbeiterin der bäuerlichen Familienberatung und der Landfrauen in Ellbach. Sie sandte Dank nicht nur in Richtung Maschinenring, mit dem die Dorfhelferinnen-Station kooperiert, sondern auch an die Ehrenkreisbäuerin Anni Rieger, die sich nach wie vor für die Dorfhelferinnen einsetze, daneben auch allen ihren Mitstreitern, die sich für in Not geratene bäuerliche, aber auch nicht-bäuerliche Familien unermüdlich einsetzten.

Eine Gesellschaft ohne Ehrenamtliche sei nicht nur unbezahlbar, "sondern gar dem kulturellen Niedergang preisgegeben", sagte Landrat Josef Niedermaier. Manchmal sei den Preisträgern gar nicht aufgefallen, dass sie der Zivilgesellschaft auf ganz herausragende Art und Weise gedient hätten. Und an die Preisträger gewandt sagte Niedermaier: "Sie haben diese Ehrung schlichtweg verdient. Sie sind Macher. Wir brauchen sie an allen Ecken und Enden."

Ein Tag wie dieser sei wichtig, um den Ehrenamtlichen eine sichtbare Wertschätzung zukommen zu lassen, sagte Festredner Steinbach. Dank gebühre den Preisträgern und allen anderen ehrenamtlich Tätigen. Sie leisteten einen Beitrag für ihre Nächsten und dienten damit der Gesellschaft.