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Eglinger Politik:Sachverständiger gesucht

Die Debatte um Folgen des 5G-Mobilfunks erreicht Egling

Sorgen über mögliche Folgen und Risiken des Mobilfunks kommen derzeit mit dem Aufbau des neuen Standards 5 G erneut auf. Nachdem es bereits in Münsing, Icking und Schäftlarn Protestbewegungen gibt, kam das Thema nun auch in der jüngsten Sitzung des Eglinger Gemeinderats zur Sprache. So forderte Peter Gröbmair (VB) mehr Informationen. "Für uns ist das alles Neuland, und deshalb sollte uns ein Sachverständiger - und zwar ein neutraler - Rede und Antwort stehen und erklären, was denn nun eigentlich ist mit diesem 5 G, damit wir bei etwaigen Anfragen der Mobilfunkbetreiber vorbereitet sind." Konkrete Pläne oder Anfragen von Mobilfunkbetreibern gebe es in der Gemeinde derzeit nicht, sagte Bürgermeister Hubert Oberhauser (FW). Da mit den neuen Funkmasten aber sogenannte weiße Löcher, also Gebiete ohne schnelles Internet, gestopft werden sollen, will die Gemeinde vorab eruieren, ob und wo es solche in ihrem Gebiet gibt. Auch will Bürgermeister Oberhauser nun prüfen lassen, wer sich als neutraler Ansprechpartner für die Gemeinderäte eignet.

Er könne eine gewisse Unruhe nachvollziehen, sagte Heiko Arndt (CSU). Er gab allerdings zu bedenken, "dass wenn wir an jede neue Technik, die in den vergangenen 300 Jahren eingeführt worden ist, so herangegangen wären wie wir heute an die neue Technik rangehen, dann würden wir immer noch mit dem Ross auf dem Acker rumlaufen." Weil immer "erst im Rahmen eines Einsatzes bestimmte Dinge aufkommen, die dann zu korrigieren sind." Manche forderten erst eine Langzeitstudie über 30 Jahre des flächendeckenden Einsatzes von 5 G. "Dann sage ich, wo soll die gemacht werden, in Grönland? Denn da dürften ja keine Leute wohnen." Ein "gewisses Vertrauen" habe er noch in die staatlichen Institutionen, dass die darauf schauten und nicht die Bevölkerung quasi sehenden Auges in den Tod treiben würden - "so kommt es zumindest manchmal rüber." Peter Lichtenegger (CSU) beendete die Diskussion mit einem Konter: "Wären unsere Vorfahren bei jeder technischen Neuerung und Einführung ähnlich kritisch gewesen, bräuchten wir heute wahrscheinlich keine Klimadebatte führen."

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