bedeckt München

Eglinger Baupolitik:Hoch, hoch, hoch

Zahlreiche Gäste freuten sich mit, als die Gemeinde Egling kürzlich das Richtfest für den neuen Sozialbau in der Ortsmitte feierte.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Egling feiert Richtfest am ehemaligen Springer-Areal, wo eine Seniorenbetreuung und günstiger Wohnraum gebaut werden

Von INGA-MARIA GLAHN, Egling

Das Haus an der Ecke der Kreuzung in Eglings Ortsmitte ist noch von einem Bauzaun umgeben. Die Fenster sind mit Folien abgeklebt und an den Wänden stehen große Gerüste. Doch bald schon wird hier das soziale Leben der Großgemeinde pulsieren, wenn in dem Gebäude oben Menschen wohnen, unten Senioren betreut werden und ein reges Treiben herrscht. Um den Baufortschritt zu feiern, trafen sich in der vergangenen Woche zahlreiche Beteiligte, darunter Bürgermeister Hubert Oberhauser (Freie Wähler), Bauverantwortliche und Gäste, an dem Neubau in der Wolfratshauser Straße zum traditionellen Hebauf. Es sei nicht leicht gewesen, einen Termin für das Richtfest zu finden, dennoch sagte der Bürgermeister: "Wir wollten unbedingt den Hebauf machen. Trotz Coronabedingungen."

Initiiert wurde das Sozialbauprojekt von der Gemeinde Egling. Das Grundstück dafür wurde bereits im Jahr 2017 erworben. Nach einer "langen Planungsphase", wie der Rathauschef rekapitulierte, begann am 16. März dieses Jahres der Bau. Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf insgesamt drei Millionen Euro, die unter anderem durch den Freistaat Bayern mit Mitteln aus einem kommunalen Wohnförderprogramm unterstützt eurden. Oberhauser spricht von einer "guten Investition". Es laufe alles nach dem gesetzten Zeitplan und der Bau befinde sich in einem guten Kostenrahmen.

Nach Angaben des Bürgermeisters sei der Neubau in der Ortsmitte "ein wirklich imposantes und zukunftsträchtiges Gebäude". Umgeben von dem Rathaus, der Feuerwehr und einem Kindergarten sei die Gegend um das Haus ein Ort sozialer Interaktion und ein öffentliches Zentrum für sowohl ältere als auch junge Menschen. Die Gestaltung der Außenanlage werde, so Oberhauser, noch einmal eine Herausforderung, die sie jedoch gemeinsam meistern werden. Das Haus biete in Zukunft mehr als 200 Quadratmeter für die Betreuung von Senioren und insgesamt sechs Wohnungen auf zwei Etagen. Diese sollen dann zu verhältnismäßig günstigen Preisen vermietet werden. Alles sei barrierefrei gestaltet. "Wir schaffen Wohnraum und können unser soziales Konzept stärken", sagt Oberhauser in seine Rede. Besonders bedachte er außerdem alle, die das Projekt mit angeschoben hatten, also die Handwerker, der Gemeinderat und auch das Bauamt: "Herzlichen Dank an alle, die sich beteiligt haben."

Nach der Begrüßung des Bürgermeisters standen zur Feier des Tages zwei Zimmermänner auf dem Dach des Neubaus und befestigten einen Richtbaum an der Spitze des Gerüsts. Er war geschmückt mit blauen und weißen Bändern. Einer der Männer hielt ebenfalls eine kurze Rede, in der er allen Helfern mit einem dreifachen "Hoch, hoch, hoch" dankte und anschließend ein Glas Wein auf ihr Wohl trank. Das Glas schmiss er dann feierlich auf den Boden der Baustelle - Scherben bringen bekanntlich Glück. Am Ende der Rede wurde laut applaudiert.

Der erste wichtige Schritt sei nun geschafft, allerdings ist Oberhauser klar: "Es wird nicht von heut' auf morgen voll sein. Das muss wachsen." Was heute noch wie eine Baustelle aussieht, soll in Zukunft ein Treffpunkt und ein Zuhause für viele Menschen werden.

© SZ vom 22.09.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite