Dietramszell Sportheim "Lehards" wird als Kita genutzt

Das Sportheim "Lehards": Spielbetrieb und Sporttrainings laufen weiter, weil sie außerhalb der Kindergartenzeiten stattfinden.

(Foto: Manfred Neubauer)

Weil es zu wenig Betreuungsplätze gibt, stellt der Sportverein vorübergehend sein Gebäude für die Kinder zur Verfügung

Von Petra Schneider, Dietramszell

Jedes Jahr kommen in Dietramszell etwa 60 Kinder auf die Welt. Und die Gemeinde hat alle Hände voll zu tun, ausreichend Betreuungsplätze zu schaffen. Ein Kindergartenneubau in Ascholding und ein Anbau in Linden ist beschlossen. Um kurzfristig Betreuungsengpässe auszugleichen, wurde vergangenes Jahr eine Gruppe ins Kloster verlegt und ein Anbau an den Kindergarten "Voglhäusl" bei der Schule beschlossen.

Für das kommende Kindergartenjahr droht aber bereits wieder eine Lücke: "Die Anmeldungen zeigen, dass ab September eine vollständige Gruppe keinen Platz hat", sagte Bürgermeisterin Leni Gröbmaier (BLD). Der Gemeinderat hat im Rahmen einer Klausur im November die Situation deshalb noch einmal grundsätzlich überdacht und nun eine ungewöhnliche Lösung beschlossen: So soll das Sportheim "Lehards" übergangsweise als Kita genutzt werden. Der Sportverein sei einverstanden, sagte Gröbmaier, auch das Landratsamt habe einer Nutzung bis Ende 2021 zugestimmt. Der geplante Anbau an das Voglhäusl wird nicht weiterverfolgt, weil es eine kostengünstigere Lösung gibt: So soll der beschlossene Erweiterungsanbau an das Schulhaus in Linden von drei auf vier Gruppen aufgestockt werden.

Außerdem will die Gemeinde für die Betreuung der Kleinen, den vom Verein "D'Zeller Zwergerl" angedachten Bau eines Holzhäuschens selbst übernehmen und an den Verein verpachten. Statt an bisher zwei soll es dort an vier Vormittagen eine Betreuung von je zehn Kleinkindern in zwei Gruppen geben. Bereits Ende 2017 hat die Gemeinde über Planungen für eine Erweiterung des Kindergartens Voglhäusl beraten. Der zusätzliche Raum für eine Gruppe hätte nach Schätzungen rund 1,1 Millionen Euro gekostet. Diese Pläne werden nun nicht weiterverfolgt. Denn für einen vierten Gruppen- und einen neuen Speiseraum in Linden mit zusätzlichen 160 Quadratmetern, rechnet Planer Robert Illner mit Mehrkosten von etwa 640 000 Euro - und damit deutlich weniger als bei einem Anbau an das Voglhäusl, der zudem wegen seiner beengten Lage und dem angrenzenden Naturschutzgebiet umstritten war.

Rund 50 Prozent Förderung könnte die Gemeinde für die Erweiterung in Linden bekommen, für die Planer Illner "erste Ideen" präsentierte: Demnach sollen an das ehemalige Schulhaus mittels Verbindsbauten zwei Gebäude angegliedert werden. Das Bestandsgebäude sei ortsprägend, einen "Klotz" wolle er unbedingt vermeiden, sagte Illner. Damit kurzfristig ab September fehlende Plätze zur Verfügung stehen, wird das Sportheim "Lehards" übergangsweise zum Kindergarten umfunktioniert. Dazu sind Baumaßnahmen nötig, die 30 000 bis 45 000 Euro kosten werden. So müsse laut Illner eine Verriegelung an der Tür angebracht werden. Bei den Außenanlagen seien "Schutzpuffer" zum Hol - und Bringverkehr nötig. Fluchtwege müssen geschaffen werden, die entweder als temporäres Treppengerüst oder als feste, aber teurere Außentreppe gemacht werden könnten. Über die konkrete Gestaltung hat der Gemeinderat noch nicht entschieden.

Dass der Sportverein das Gebäude zur Verfügung stellt, wurde gelobt. Spielbetrieb und Sporttrainings müssten nicht ruhen, sagte Illner, weil diese außerhalb der Kindergartenzeiten stattfänden. Einen Ausweichraum müssen allerdings die Gymnastikgruppen finden. Damit auch das Angebot für die Betreuung der Kleinsten verbessert wird, will der Verein "D'Zeller Zwergerl" auf dem Kindergartengelände in Linden ein Holzhäuschen bauen und die Betreuung von zwei auf vier Vormittage ausweiten. Im November hat der Gemeinderat Zuschüsse für das Projekt in Aussicht gestellt. Nun will die Gemeinde das Holzhaus selbst bauen und an den Verein vermieten.