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Dietramszell:Gemeinde  will Tempolimit

Nach dem schwerem Unfall soll die Staatsstraße 2072 sicherer werden

Der schwere Unfall am Montag auf Höhe der Abzweigung nach Bairawies war trauriger Anlass, dass im Dietramszeller Gemeinderat die Verkehrssituation im Bereich Bierhäuslweg zur Sprache kam. Wieder einmal, denn seit 20 Jahren kritisieren Bürger aus Einöd und Bairawies die ihrer Meinung nach "unzumutbare Verkehrssituation" an der Staatsstraße 2072. Vor vier Jahren hatte sich eine Bürgerinitiative gegründet, die eine Verkehrszählung organisiert und verschiedene Forderungen erhob hatte: Ein Tempolimit von 70 Stundenkilometern bei der Anschlussstelle nach Bairawies etwa und eine Abbiegespur. Beides wurde nicht umgesetzt. Die Geschwindigkeitsbeschränkung war vom zuständigen Sachgebietsleiter Georg Fischhaber mit dem Argument abgelehnt worden, ein Tempolimit sei "brandgefährlich", weil es eine "trügerische Sicherheit" suggeriere.

Nun also wieder ein schwerer Unfall: Eine 19-jährige Fahrerin hatte am Montagmorgen die Kontrolle über ihr Auto verloren, es überschlug sich und landete in einem Baucontainer. "Glück gehabt, dass die Fahrerin überlebt hat, dass keine Schulkinder am Straßenrand standen und im Container keine Arbeiter waren", sagte Bernhard Fuchs (FW) am Dienstag im Gemeinderat. Es müsse schleunigst etwas unternommen werden. Denn die geltende Geschwindigkeitsbeschränkung auf 100 Stundenkilometer werde ebenso wenig ernst genommen wie das Überholverbot. Schärfere Kontrollen seien dringend nötig.

Für die Staatsstraße sei der Landkreis zuständig, sagte Bürgermeister Josef Hauser (FW). Das Problem sei bekannt. Man werde bei den zuständigen Behörden im Landratsamt beantragen, dass die erlaubte Geschwindigkeit reduziert und strenger kontrolliert werde. "Ob das Gehör findet, weiß ich nicht." Bei der Verkehrssicherheitsschau im November werde er das Thema nochmals ansprechen, kündigte Hauser an. "Wir haben Glück gehabt, dass am Montag Ferien waren." Michael Häsch (CSU) schlug dort, wo sich die Buskinder aufhalten, Leitplanken vor.

© SZ vom 09.11.2020 / schp
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