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Debatte in Wolfratshausen:Schädlich und viel zu teuer

Surfwellen-Gegner fordern Ende der Projektplanung

Kurz vor Weihnachten hatten die Befürworter einer Surfwelle in Weidach viel zu feiern: Sie hatten die Finanzierungslücke von gut 60 000 Euro mithilfe von Spenden gestopft. Nun melden sich die Gegner des 800 000-Euro-Projekts zu Wort - und fordern Bürgermeister Klaus Heilinglechner und den Stadtrat auf, die Unterstützung für die geplante Surfwelle "unverzüglich einzustellen". Konkret führt das Aktionsbündnis "Wolfratshauser Bürger gegen den Bau einer Surfwelle in Weidach" sieben Argumente an: Demnach wäre das Projekt zu teuer, unverhältnismäßig hoch gefördert, weniger wichtig als Schwimmbäder, kaum umweltverträglich, eine Belastung für die Infrastruktur und möglicherweise auch die ganze Stadt, zudem kaum lohnenswert.

So argumentieren die Gegner, dass die Förderung der Welle im Vergleich zu Vereinen unverhältnismäßig hoch wäre. Zudem rechnet der Verein vor, dass weniger klimaneutraler Strom produziert würde, da der Abfluss der Welle durch das alte Kraftwerk geleitet werden müsse. Auch behauptet das Aktionsbündnis, dass sich der Betrieb kaum lohnen würde: Demnach wäre ein Surfbetrieb nur an 60 bis 100 der geplanten 125 Betriebstage möglich. Wie die Gegner das errechnet haben, ist unklar.

Bereits seit sechs Jahren befassen sich der Betreiberverein "Surfing Wolfratshausen" und der Stadtrat mit der Planung einer künstlichen Surfwelle im Loisachkanal nahe der Kastenmühle. Angesichts der positiven Wirkung für den Ort befürwortet Bürgermeister Heilinglechner das Projekt. Ob die Bedenken der Gegner ihn oder den Rest des Stadtrats noch umstimmen, dürfte sich in zwei Wochen zeigen: Am 14. Januar soll das Gremium erneut über den Bau der Welle entscheiden.

© SZ vom 03.01.2020 / vfs
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