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Coronakrise in Bad Tölz-Wolfratshausen:Datenpanne im Gesundheitsamt

Reiserückkehrer erfahren per Mail, wer auch gerade im Ausland war

Wer aus einem Corona-Risikogebiet nach Deutschland zurückkehrt, wird vom jeweiligen Gesundheitsamt derzeit per E-Mail auf seine Quarantänepflicht hingewiesen. Zehn Tage muss man sich selbst isolieren, um mögliche Infektionsketten zu unterbrechen. Die Erinnerungsmail der Behörden ist dabei eigentlich ein guter Service. Im Tölzer Gesundheitsamt ist beim Verschicken dieser Mails allerdings kürzlich etwas schief gegangen. Vergangenen Sonntag ging eine Sammelmail an alle Rückkehrer des Tages raus - mit ungeschützten Adressen und teilweise erkennbaren Namen.

"Das ist dann natürlich kein guter Service mehr", sagt Marlis Peischer, die Sprecherin des Landratsamts. Datenschutz sei eigentlich etwas, worauf die Behörde sehr großen Wert lege. Dass in der E-Mail für alle Empfänger sensible Daten erkennbar gewesen seien, das hätte nicht passieren dürfen, so Peischer. Sie versichert aber, dass es ein einmaliges Versehen gewesen ist. "Wir nehmen den Vorfall zum Anlass, noch einmal mehr explizit darauf zu achten, dass Nachrichten nicht als Sammelmails verschickt werden, in denen E-Mail-Adressen für Dritte einsehbar sind", so die Sprecherin des Landratsamts.

In der Sammelmail waren 14 Mailadressen gelistet. Deren Inhaber hatten sich in den zehn Tagen zuvor in einem Risikogebiet im Ausland aufgehalten. Wie es derzeit im Infektionsschutzgesetz vorgeschrieben ist, mussten sie sich bei ihrer Wiedereinreise über eine Webseite des Robert-Koch-Instituts online anmelden. Die Kontaktdaten gehen dann weiter an das jeweils zuständige Gesundheitsamt. Dieses schickt dann die Erinnerungsmail raus, bei der es kürzlich zu der Datenpanne gekommen ist.

© SZ vom 11.12.2020 / zif
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