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Bayerisches Oberland:Niedermaier wieder gewählt

Tölzer Landrat bleibt Chef der Region im Planungsverband

Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) bleibt Vorsitzender des Planungsverbands Oberland, Region 17. Turnusmäßig stellte sich der Tölzer bei der Versammlung am Anfang der Woche zur Wahl und wurde einstimmig bestätigt. Seine Stellvertreter sind der Garmischer Landrat Anton Speer (FW), der Weilheimer Bürgermeister Markus Loth (BfW) und der Miesbacher Landrat Olaf von Löwis (CSU). Für die Stadt Penzberg sitzt Bürgermeister Stefan Korpan (CSU) im Planungsausschuss des Verbands.

Mitglieder der Region 17 sind die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach und Weilheim-Schongau sowie alle Gemeinden dieser Landkreise. Dass die Region in ihrer Gesamtheit betrachtet "schwierig zu beplanen" sei, betonte Niedermaier eingangs. Die Landkreise seien sehr heterogen. Daher sei der demokratische Zusammenhalt unter den Mitgliedern wichtig. "Denn wenn wir uns streiten", sagte Niedermaier, könne man sich an höherer Stelle in München zurücklehnen und denken: "Wenn die mit sich selbst beschäftigt sind, dann haben wir keine Probleme."

Wichtigste Aufgabe der Mitglieder in den kommenden Jahren ist die Fortschreibung des Regionalplans. In ihm wird unter anderem festgelegt, wo Kleinzentren entstehen sollen, wie sich die Siedlungsstrukturen entwickeln soll, aber auch, wo es Vorrang- und Vorbehaltsgebiete gibt, etwa zur Gewinnung von Bodenschätzen. In Arbeit ist der Themenkomplex "Siedlung und Verkehr". Angesichts der Bevölkerungsentwicklung in der Region 17 werde der öffentliche Personennahverkehr immer wichtiger, sagte die Regionsbeauftragte Cornelia Drexl von der Regierung von Oberbayern. Denn bis zum Jahr 2038 werde die Altersgruppe der 65- bis 80-Jährigen stark zunehmen. Daher sieht der Regionalplan den zweigleisigen Ausbau des Schienennetzes vor, wo noch nicht vorhanden. Ferner sind Expressbus-Verbindungen ein Thema, besonders von Ost nach West.

Zum Bereich "Verkehr und Siedlung" liegt seit 20. Februar 2020 ein Eckpunktepapier vor. Um dieses zu konkretisieren und um Maßnahmen in den einzelnen Landkreisen festzuzurren, werde man noch in diesem Jahr beginnen, auf die Kommunen zuzugehen, betonte Drexl. Wegen der Corona-Pandemie müsse man zwar noch das Format klären, aber ihre Kollegen und sie wollten mit den Mitgliedern des Planungsverbandes deren "strategische Überlegungen" erörtern. Danach gehe es mit den Ergebnissen in den Planungsausschuss. Sie flössen zudem in den Fortschreibungsentwurf ein. Niedermaier warb im Gremium darum, dieses Planungsinstrument zu nutzen.

© SZ vom 01.10.2020 / veca

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