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Bad Tölz:Entbindungsstation schließt Ende März

Allen Protesten, Appellen und Rettungsversuchen zum Trotz: die Tölzer Geburtshilfe nimmt werdende Mütter nur noch bis 28. März auf.

Werdende Mütter können ihre Kinder nur noch bis Ende März in Bad Tölz zur Welt bringen. Denn Die Asklepios-Stadtklinik schließt ihre Entbindungsstation zum Ende des Monats. Das hat der Geschäftsführer der Klinik, Joachim Ramming, am Freitag bekannt gegeben. "Leider sehen wir uns nun vor die Tatsache gestellt, dass wir die Geburtshilfe an der Stadtklinik zumindest vorübergehend nicht mehr aufrecht erhalten können", erklärte Ramming. Grund für die Schließung sei der Wegfall zweier Ärzte in der Abteilung: Belegarzt Dr. Stephan Krone, der sich Ende vergangene Jahres bereit erklärt hatte, seinen Vertrag bis Ende März zu verlängern, sei "aus nachvollziehbaren Gründen" nicht zu einer weiteren Verlängerung bereit. Ein im November zur Unterstützung angestellter Oberarzt habe seinen Vertrag wegen der unsicheren Perspektive gekündigt. Damit sei eine fach- und leitliniengerechte Versorgung ohne Gefährdung der Sicherheit von Leib und Leben der Mütter und Kinder nicht mehr möglich.

Die Hoffnung liege jetzt auf dem Aufbau einer gemeinsamen Hauptabteilung für Geburtshilfe in Zusammenarbeit mit einem anderen Krankenhaus, sagte Ramming. Die Klinikleitung habe Ende Februar dem Kreistag die Rahmenbedingungen dafür mitgeteilt. Auch lägen bereits schriftliche Angebote aus Agatharied und Garmisch-Partenkirchen vor. Vereinbarungen könnten aber erst getroffen werden, "wenn sich der Kreistag für den in Aussicht gestellten Zuschuss in siebenstelliger Höhe ausgesprochen hat", sagt Klinik-Sprecher Christoph Horn.

Die Kreisräte werden sich am 24. März in einer Sondersitzung mit dem Thema befassen. Auch wenn sich Asklepios für die Hauptabteilung entscheidet, wird es eine Versorgungslücke in der Geburtshilfe im Landkreis geben. Landrat Josef Niedermaier (Freie Wähler) rechnet mit mindestens einem halben Jahr. Die Schließung der Geburtshilfe sei "richtig bitter", sagt er - aber so sei die Lage des Faktischen. "Wenn kein Arzt bereit ist, Entbindungen zu machen, kann die Klinik das nicht anbieten."

Laut Klinik-Sprecher Horn nimmt die Tölzer Geburtshilfe werdende Mütter bis 28. März auf. Danach würden schwangere Frauen in Notfällen versorgt und mit dem Rettungsdienst in eine der umliegenden Kliniken gebracht. Die Räume mit dem Kreißsaal werden zunächst weiter vorgehalten. Pfleger und Krankenschwestern werden weiter beschäftigt. Auch wolle man versuchen, die Beleghebammen am Standort zu halten. Wie Ramming sagte, steht Belegarzt Krone für eine Mitarbeit an einer Hauptabteilung zur Verfügung, die nach wie vor oberstes Ziel der Klinik sei. "Wir hoffen, dass das nur ein kurzes Stocken ist und wir das Angebot für künftige Eltern nicht aufgeben müssen."

© SZ vom 04.03.2017
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