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Bad Heilbrunner Politik:Specker lehnt Ehrung ab

Der Heilbrunner Gemeinderat Konrad Specker will keine Ehrung.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

Der Lokalpolitiker will damit gegen das coronabedingte Verbot von Vereinsarbeit protestieren

Mitte April wurden im Rahmen der Bad Heilbrunner Gemeinderatssitzung ausgeschiedene und verdiente Mitglieder geehrt. Konrad Specker war an diesem Tag verhindert, erklärt aber nun per Pressemitteilung, dass er die Ehrungen des Innenministeriums für verdiente langjährige Gemeinderatstätigkeit nicht annehmen will. "Ich protestiere damit gegen das Verbot der ehrenamtlichen Tätigkeiten in den Vereinen", sagt Specker. In Deutschland seien über 17 Millionen Menschen ehrenamtlich tätig. "Doch für viele ist die Ausübung ihres Ehrenamtes seit langem nicht mehr gestattet. Ich spreche hier explizit die Ehrenamtlichen in den Vereinen an und erkläre mich solidarisch mit ihnen."

Als selbständiger Handwerksmeister, ehrenamtlich Tätiger in Vereinen und als ehrenamtlicher Gemeinderat brauche er Perspektiven zu Öffnungen und keine Auszeichnungen. "18 Jahre im Dienst des kommunalen Ehrenamts ist sicherlich eine lange Zeit und von mir freiwillig gewählt, aber im Gegensatz zu all den Ehrenamtlichen in den Vereinen darf ich meine Tätigkeit ausüben und die Vereinsehrenamtlichen eben nicht." Die Jugendarbeit habe bisher dafür gesorgt, dass in Vereinen und Jugendorganisationen Angebote für und mit Kindern und Jugendlichen gemacht wurden. Aber auch das Ehrenamt in der Seniorenbetreuung sei in seinem Tun eingeschränkt. "Mit der Ablehnung dieser Ehrung weise ich auf genau diesen Missstand hin."

© SZ vom 07.05.2021 / cjk
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