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Bad Heilbrunner Politik:Reklame für Einheimische

Gemeinde beschränkt Werbemöglichkeiten an der B 472

Von Klaus Schieder, Bad Heilbrunn

Jeden Tag rollen rund 17 000 Fahrzeuge im Schnitt auf der Bundesstraße 472 durch Bad Heilbrunn - da lohnt es sich für Gastronomen, Firmeninhaber und Veranstalter, auf den zwei großen Tafeln am Straßenrand für sich Reklame zu machen. Die Angebote gehen weit über die Grenzen des kleinen Kurortes hinaus, unter anderem wirbt das Ausstellungszentrum "Lokschuppen" im mehr als 50 Kilometer entfernten Rosenheim für sein Programm. Damit soll nun Schluss sein. Der Gemeinderat in Bad Heilbrunn hat in seiner Sitzung am Dienstag im Kursaal einstimmig beschlossen, die Werbetafeln an der B 472 nur noch für einheimische Firmen und Gastwirte bereit zu stellen. Damit soll ihnen auch in den schwierigen Zeiten der Corona-Pandemie geholfen werden.

Man habe gemerkt, dass die Bundesstraße gerne für große Plakate genutzt werde, "die nicht immer die schönsten" seien, sagte Bürgermeister Thomas Gründl (CSU). Er wisse auch nicht, ob man in Bad Heilbrunn unbedingt für Veranstaltungen werben müsse, die etwa in Rosenheim stattfinden. Für Hans Keller vom Bauamt der Gemeinde darf es Banner-Werbung nur an zwei Standorten ober- und unterhalb des Zwieselhangs geben, mit dem erforderlichen Abstand zum Kreisverkehr. Obwohl Reklame an der B 472 eigentlich die Ausnahme und auch genehmigungspflichtig sei, habe es zuletzt immer mehr Anfragen gegeben, so Keller. "Und von immer weiter weg." Außerdem werde manche Veranstaltung darauf schon bis zu acht Wochen vorher angekündigt. "Damit ist eine Werbemöglichkeit für zwei Monate komplett blockiert", sagte Keller.

Deshalb reißt die Kommune das Ruder nun herum. Keller schlug vor, dass für eine Veranstaltung künftig erst drei Wochen vor dem Termin geworben werden dürfe. Außerdem solle der Umkreis auf 30 Kilometer beschränkt werden, so dass Betriebe, Gaststätten und Veranstalter aus Bad Heilbrunn selbst, aus dem nahen Penzberg oder auch noch aus Murnau die Reklametafeln nutzen können, andere aber nicht mehr. "Wir sollten keine Werbung für auswärtige Firmen und Gastronomiebetriebe mehr betreiben", sagte Keller. Dazu brauche es jedoch eine klare Vorgabe des Gemeinderates, ergänzte Gründl.

Der zog den Zirkel sogar noch enger um Bad Heilbrunn. Gegen die Stimme von Manuela Kragler (Grüne) wurde der Radius auf 15 Kilometer beschränkt. Für den Dritten Bürgermeister Bernd Rosenberger (Grüne) sollte man "die Kilometerzahl eher ein bisserl beschränken", um den Einheimischen mehr Werbemöglichkeiten zu geben. Die Beschränkung auf 15 Kilometer brachte Anton Krinner (Freie Wähler) ins Spiel. Und wenn man dann eine Auswahl an Interessenten habe, "kann man die Bad Heilbrunner priorisieren". Ähnlich äußerte sich Josef Rohrmoser (CSU). In einem Umkreis von 15 Kilometern wäre ja auch Penzberg eingeschlossen, meinte er. Norbert Deppisch (Grüne) wollte wissen, was geschehe, wenn ein Privateigentümer, der an der B 472 wohnt, ein Riesenplakat etwa 30 Meter hinter der Straße aufstellen lasse. Ab einer gewissen Größe und je nach Standort-Festigkeit wäre dies genehmigungspflichtig, so Keller.

© SZ vom 15.04.2021
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