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Bad Heilbrunner Politik:Meilenstein für die Zentrumsentwicklung

Thomas Gründl Bürgermeister

Bürgermeister Thomas Gründl.

(Foto: Manfred Neubauer)

Der Gemeinderat billigt den Bebauungsplan für die "Neue Ortsmitte". Am Malachias-Geiger-Weg soll bis 2022 eine Kita entstehen

Von Klaus Schieder, Bad Heilbrunn

Die Gemeinderatsmitglieder von Bad Heilbrunn haben auf dem langen Weg zur Neugestaltung des Zentrums den nächsten Schritt getan. Sie billigten in ihrer jüngsten Sitzung im Kurhaus den Bebauungsplan "Neue Ortsmitte", der das Areal am Malachias-Geiger-Weg umfasst, auf dem vor allem die neue Kindertagesstätte entstehen soll. Das gesamte Verfahren soll bis Mitte 2021 abgeschlossen sein, damit die Gemeinde den staatlichen Zuschuss aus dem Finanzausgleich und andere Fördermittel abrufen könne, sagte Bürgermeister Thomas Gründl (CSU). "Uns ist es wichtig, dass der Kindergarten bis 2022 steht."

Die neue Kindertagesstätte der evangelischen Kirchengemeinde soll insgesamt sechs Gruppen beherbergen und am Lindenhügel nahe der Christuskirche und des Pfarrhauses errichtet werden. Der Neubau ersetzt dann den provisorischen Modulbau auf dem Gelände der alten Post an der Badstraße. Außerdem sollen entlang des Malachias-Geiger-Wegs noch Doppelhäuser, ein Mehrfamilienhaus und ein Gebäude mit bezahlbaren Wohnungen in den oberen Etagen, einer Apotheke und einer Ärztepraxis im Erdgeschoss entstehen. Für die günstigen Domizile bekomme man 30 Prozent staatliche Förderung, teilte Gründl mit.

Der Bebauungsplan ist seit Donnerstag auf der Homepage der Gemeinde veröffentlicht. Die Bevölkerung habe nun vier Wochen Zeit, um sich damit zu beschäftigen, betonte der Bürgermeister. Danach geht der Plan in die zweite Lesung im Gemeinderat und wird anschließend nochmals für vier bis sechs Wochen ausgelegt. Voraussichtlich im Januar fällt der Gemeinderat schlussendlich den Satzungsbeschluss. "Dann können wir alles mit Bauanträgen umsetzen", so Gründl.

Der Weg bis zu dieser aktuellen Phase war ungewöhnlich weit und steinig. Fast drei Jahrzehnte lang hatte die Gemeinde Bad Heilbrunn mit der Kurfürstin Adelheid GmbH im Streit über die leer stehenden und mit schwarzen Fensterkreuzen verrammelten Gebäude im Ortszentrum gelegen. Erst 2015 löste sich der festgefahrene Konflikt auf: Die Kommune kaufte die insgesamt rund 20 000 Quadratmeter großen Grundstücke für gut zehn Millionen Euro dem inzwischen verstorbenen Eigentümer Max Hoefter ab. Dem folgten etliche Workshops mit intensiver Bürgerbeteiligung, die sich um die Neugestaltung des Zentrums drehten. Der Bebauungsplan "Neue Ortsmitte" sei nun das erste Resultat dieses Prozesses, sagte der Bürgermeister.

Bis der neue Dorfplatz im Zentrum fertig ist, wird es wohl noch fünf Jahre dauern

Allerdings wird es nach seiner Einschätzung noch circa fünf Jahre dauern, bis der neue Dorfplatz auf dem Areal rund um den Sankt-Kilians-Platz im Zentrum von Bad Heilbrunn entstanden ist. Dort plant das von der Gemeinde beauftragte Berliner Architektinnen-Büro "Lemme, Locke, Lührs" unter anderem Geschäfte und Cafés, einen Verbindungsbau zwischen Rathaus und neuem Bürgersaal, eine aufgelockerte Wohnbebauung und eine Aussichtsplattform auf dem Post-Gelände. In einem ersten Schritt soll dazu erst einmal ein Gutachten erstellt werden, das den Verkehrswert der einzelnen Grundstücke ermittelt. Am Ende ist dann auch noch das Gebiet am Parkweg an der Reihe, wo bislang drei Mehrfamilienhäuser mit 22 Wohneinheiten vorgesehen sind.

www.bad-heilbrunn.de

© SZ vom 14.11.2020
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