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Bad Heilbrunner Politik:Ärger wegen Ausflugsverkehr

Der Parkplatz vor dem Supermarkt an der B 472 in Bad Heilbrunn wird an schönen Tagen auch gerne von Ausflüglern benutzt, die ihr Fahrzeug abstellen und wandern gehen.

(Foto: Harry Wolfsbauer)

In der Gemeinde gibt es Unmut, weil Wandertouristen den Stellplatz am Supermarkt und den Bierhäuslweg zuparken. Im Gemeinderat sieht man dies gelassen und mahnt zu Solidarität in Corona-Zeiten

Von Klaus Schieder, Bad Heilbrunn

- Der vor gut zwei Jahren eröffnete Supermarkt in Bad Heilbrunn liegt wie auf dem Präsentierteller an der Bundesstraße 472, über den 2017 gebauten Kreisverkehr sind die Parkplätze problemlos zu erreichen. Das ist nicht bloß ein Vorteil für die Kunden, sondern lockt in Corona-Zeiten auch andere Nutzer an: Ausflügler, die zum Wandern kommen, stellen ihr Auto gerne vor dem Rewe-Markt ab. Vor allem am Samstag nähmen Fremdparker den Supermarkt-Besuchern die dann dringend benötigten Stellflächen weg, klagte Konrad Specker (Freie Wähler) in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstagabend im Kursaal. Und auch am Bierhäuslweg stünden überall Autos von Tagestouristen. Selbst vor seiner Bäckerei sei alles vollgeparkt, erzählte Specker. Ein Dilemma, mit dem man sich "in guter Gesellschaft" in der Region befinde, meinte Bürgermeister Thomas Gründl (CSU). Auch Bad Heilbrunn sei nun mal eine Tourismus-Gemeinde.

Dem pflichtete Specker durchaus bei. Er sei ein Befürworter des Tagestourismus, betonte er. "Ausflügler sind bei uns willkommen." Durch die Beschränkungen in der Corona-Pandemie stoppen jedoch so viele in dem kleinen Kurort, dass Anwohner des Bierhäuslwegs unlängst ein Schild aufstellten, mit dem sie auf die Birkenallee und damit auf die Parkplätze vor dem Supermarkt verwiesen. Dies wiederum sieht Supermarkt-Besitzer Alexander Wutke angeblich nicht gerne, was der Bürgermeister zwar verstehen kann. Aber, so Gründl: "Wie sollen wir dem entgegentreten?" Specker sagte: "Die Situation ist für beide Seiten nicht zufriedenstellend."

Eine rasche Lösung zeichnete sich in der Sitzung des Gemeinderats nicht ab. Gründl sieht das Problem auch als nicht so schwerwiegend an. "Das ist vielleicht ab und zu nicht optimal", sagte er. Aber mit Vinzenz Murr sei in der Baugenehmigung seinerzeit vereinbart worden, dass ein Teil der Parkplätze für alle Autofahrer, nicht bloß für Kunden zur Verfügung stehen müsse. Deshalb habe die Gemeinde auch festgelegt, dass der große Stellplatz vor dem Supermarkt nicht mit einer Schranke versehen wird. Die Parksituation in Bad Heilbrunn wird sich nach Gründls Dafürhalten ohnehin etwas entspannen, wenn an der Fachklinik das geplante Deck für 86 Fahrzeuge entsteht. Dies würde den oftmals voll belegten Parkplatz am Kräuterpark entlasten. Außerdem verwies der Rathauschef darauf, dass die hinten gelegenen Stellflächen im Streifen zwischen B 472 und Rewe-Markt häufig frei seien.

Josef Schröfl (CSU), der am Bierhäuslweg wohnt, bestätigte, dass dort oft alles vollgestellt sei. Für die Tagestouristen habe er aber "vollstes Verständnis". Wenn die Pandemie vorüber sei, ändere sich der Wanderausflugsverkehr auch wieder. Ähnlich äußerte sich Bernd Rosenberger (Grüne). Jene, die sonst Richtung Südtirol fahren, hielten nun eben in Bad Heilbrunn, sagte er. "Für die sechs, acht, zehn Monate bin ich dafür, dass man solidarisch ist."

© SZ vom 11.02.2021
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