bedeckt München 21°

Aus dem Amtsgericht:"Auf einmal war ich weg"

Ein junger Mann nickt am Steuer ein und knallt gegen Zaun

Ein 19-jähriger Mann aus dem Südlandkreis hatte Glück, da sein Sekundenschlaf relativ harmlos endete. Der angehende Anlagenmechaniker war im Auto mit zwei Geschwistern und einem Freund unterwegs, als er im August des Vorjahres am Steuer einnickte. Der junge Mann war von der Fahrbahn abgekommen und hatte das Lenkrad in die Gegenrichtung verrissen. Das Auto schleuderte in einen Gartenzaun, ohne dass jemand verletzt wurde. Dafür wurde der Mann nun am Amtsgericht Wolfratshausen wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs verurteilt. Er muss 500 Euro an die Oberlandwerkstätten zahlen und darf drei Monate nicht Auto fahren.

Unumwunden räumt der Angeklagte die Vorwürfe ein. Es sei schon so gewesen, wie es dargestellt werde, sagt er. Mit den Geschwistern und dem 17-jährigen Freund sei er gegen 17 Uhr vom Baden am Walchensee nach Hause gefahren. "Auf einmal war ich weg." Der Bekannte habe noch geschrien, dass er aufpassen solle. Davon sei er wieder hochgeschreckt, habe das Lenkrad nach links verrissen und sei in den Zaun geschleudert. Der Schaden an der Grundstücksbegrenzung lag bei etwa 1600 Euro.

Von ihrem Eindruck, dass sich der junge Mann der Konsequenzen seines Verhaltens bewusst sei, berichtet die Jugendgerichtshelferin. Der Unfall wirke bei dem Angeklagten nach. Das Gericht brauche den jungen Mann zu keinem Verkehrskurs verpflichten. Sie empfehle Jugendstrafrecht anzuwenden.

Als die Staatsanwältin zusätzlich zur Geldauflage ein Fahrverbot von drei Monaten fordert, reagiert der junge Mann deprimiert. Für seine Arbeit sei das problematisch, sagt er. Im Beruf sei er auf das Auto angewiesen, schildert er. "Ich bin dann im Betrieb nicht zu gebrauchen."

Doch es bleibt beim Fahrverbot. Das sei unumgänglich, erklärt Amtsrichter Urs Wäckerlin. Zwar sei der 19-Jährige nüchtern mit dem Auto gefahren und habe die Anklage eingeräumt. Allerdings sei der Wagen quer über die Fahrbahn geschleudert. Das sei äußerst gefährlich. "Da hätte jemand sein können", sagt Wäckerlin.